Petritsch: "Republika Srpska immer noch Ort ohne Gesetzesherrschaft"

7. Mai 2001, 20:16
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"Antwort der internationalen Gemeinschaft" in Aussicht gestellt

Sarajewo - Der Hohe Repräsentant in Bosnien-Herzegowina, Wolfgang Petritsch, zeigte sich Montag Abend tief betroffen über die gewalttätigen Ausschreitungen in Banja Luka. "Ich bin schockiert, dass die Republika Srpska immer noch ein Ort ohne Gesetzesherrschaft, zivilisiertes Benehmen und Religionsfreiheit zu sein scheint", kommentierte Petritsch in einer Aussendung die Ereignisse, bei denen 3000 bosnische Serben mit Steinwürfen die Grundsteinlegung für den Wiederaufbau einer Moschee vereitelten. Petritsch stellte eine "Antwort der internationalen Gemeinschaft" auf die Gewalttätigkeiten in Aussicht.

Er habe am Montag zwei Mal mit dem Premierminister der Republika Srpska (RS) Mladen Ivanic gesprochen und ihn aufgefordert, alle Maßnahmen zu ergreifen, um die Lage in Banja Luka unter Kontrolle zu bringen, erklärte Petritsch. Die Versuche, verschiedener hoher Politiker der Republika Srpska, die Demonstranten mittels Ansprachen zu beruhigen, seien zu spät gekommen. Die Behörden der Republika Srpska hätten unangemessen auf die Gewalttätigkeiten vorigen Samstag in Trebinje reagiert.

Petritsch sagte, er sei in ständigem Kontakt mit dem Kommandanten der SFOR, Michael Dodson und dem UNO-Missionschef in Bosnien und Herzegowina, Jacques Klein, um eine "Antwort der internationalen Gemeinschaft" auf die Ereignisse zu koordinieren. Wie eine Sprecherin des Petritsch-Büros auf Anfrage der APA präzisierte, verlangt der Hohe Repräsentant von den Behörden der Republika Srpska, dass die Gewalttäter zur Verantwortung gezogen werden und die Ermittlungen "nicht wieder im Sand verlaufen". Auch soll bald ein erneuter Versuch zur Moschee-Grundsteinlegung unternommen werden, um den serbischen Extremisten kein "falsches Signal" zu geben. (APA)

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