Gary Cooper: allein gegen das Böse

8. Mai 2001, 22:32
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Frankfurt/Main - In knapp 90 Hollywood-Streifen hat Gary Cooper mitgewirkt, viele wurden zu Klassikern. Doch hätte schon ein einziger Film ausgereicht, dem Schauspieler, der am 7. Mai vor 100 Jahren geboren wurde, einen Sonderplatz in der Kinogeschichte zu sichern. Als Cooper 1952 im Fred Zinnemann-Western "12 Uhr mittags" den rechtschaffenen Marshal Will Kane gab, war er schon ein Leinwandidol für Millionen. Schließlich verkörperte der hoch gewachsene Schauspieler den guten, den anständigen Amerikaner schlechthin.

Im Mai jährt sich auch sein Todestag zum 40. Mal

Doch erst der Auftritt als einsamer Held, der sich im Gegensatz zu seinen feigen und ängstlichen Mitbürgern dem Bösen entgegenstellt, machte aus Cooper eine Legende, die auch nach seinem frühen Krebstod im Mai 1961 nie in Vergessenheit geriet. Es mag sein, dass Zinnemanns hintergründiger Film über bürgliche Pflicht und Pflichtvergessenheit auch mit einem anderen Hauptdarsteller Furore gemacht hätte. Doch wer konnte diesen Marshal, der es allein mit vier Mordgesellen aufnehmen muss, glaubwürdiger spielen als der Mann mit den stets Vertrauen und Sympathie einflößenden klaren Gesichtszügen, der nie einen Schurken mimte?

Der schlaksige Farmerssohn aus Montana

Als Frank James Cooper wurde der spätere Weltstar 1901 im waldreichen US-Staat Montana geboren. Der Vater war Richter und Besitzer einer Farm, auf der sein Sohn mit den Pferden aufwuchs. Seine Reitkünste sollten ihm noch in etlichen Western-Filmen sehr nützlich sein. Nach abgebrochenem Studium und Wohnwechsel nach Los Angeles versuchte sich der junge Cooper in verschiedenen Jobs, allerdings erfolglos. Das war auch gut so, denn in seiner Not bewarb sich der 1,98 Meter große schlaksige Jüngling aus dem Norden bei einer Filmgesellschaft als Cowboy-Statist. Er wurde genommen, verdiente 100 Dollar die Woche und rückte unaufhaltsam ins Rampenlicht.

Für einen Statisten sah er einfach zu gut aus

Cooper sah einfach zu gut aus für einen Statisten, so wurden seine Rollen immer größer, er selbst immer gefragter. 1930 war er der Partner von Marlene Dietrich in deren Hollywood-Debüt "Marocco". Ob Cooper auch privat eine Affäre mit der Deutschen hatte, mit der er einige Jahre später nochmals für "Desire" vor der Kamera stand, bleibt eine Vermutung. Privat führte der Schauspieler jedenfalls seit Mitte der Dreißiger Jahre eine Musterehe mit der Kollegin Sandra Shaw, der die Tochter Maria entspross. Was immer Cooper vorher mit Frauen hatte, nach der Heirat war er absolut skandalfrei.

Werbegarant Cooper

Seine große und langjährig gleich bleibende Beliebtheit rührt wohl auch aus dieser Tatsache. Wenn Cooper auf den Werbeplakaten für einen neuen Film stand, war dessen Erfolg meist garantiert. Das galt nicht nur für Western, sondern auch für Melodramen und Komödien. Ernest Hemingway bestand darauf, Cooper in den Verfilmungen seiner Romane "In einem anderen Land" (1932) und "Wem die Stunde schlägt" (1943) in den Hauptrollen zu sehen.

Insgesamt drei Oscars

Den ersten von insgesamt drei Oscars bekam der Mann aus Montana 1941 für "Sergeant York", den zweiten 1952 für "12 Uhr mittags". Als er 1961 die dritte der begehrten Auszeichnung in Anerkennung seiner "vielen Verdienste für den Film" zugesprochen bekam, war Cooper schon todkrank. Er hatte die Dreharbeiten zu einem neuen Film abbrechen müssen. Als er am 13. Mai 1961 starb, verloren Amerika und die Welt ein Gesicht, das für den Sieg des Guten über das Böse zumindest auf der Leinwand bürgte. (AP)

Ein absolutes MUST

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