Stark, blau, weiblich im Rathaus

8. Mai 2001, 11:52
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Die FPÖ ist stolz auf ihre Frauenquote und präsentiert ihre Frauenthemen

Wien - 40 Prozent, meint Karin Landauer, sind eine mehr als passable Quote. "Das zeigt", erklärte die FPÖ-Stadträtin am Montag, "den Stellenwert, den Frauen bei uns einnehmen" - und präsentierte die freiheitliche Rathausdamenriege samt den von den sieben Frauen ins Auge gefassten thematischen Schwerpunkten.

Frauen, stellt die Neo-Mandatarin Heike Zheden umgehend fest, hätten es in Wien dreifach schwerer: "Als Ehefrau, als Mutter und durch den Beruf." Zur Hilfe habe man die "Initiative freiheitlicher Frauen" gegründet.

Für viele Frauen, so Landauer, gäbe es nämlich Hemmschwellen in Parteien aktiv zu werden. "Die Mitarbeit in Initiativen ist ein guter Einstieg."

Inhaltlich sind für die FP-Frauen Frauen- von Kinderbetreuungsthemen kaum zu trennen: Die Forderung, Schulen während der Ferien zu öffnen, um ebendort Kinder zu betreuen oder ihnen Nachhilfe zu geben präsentierte etwa die neue Stadtschulratsvizepräsidentin Monika Mühlwerth. Die Einführung des Kindergeldes, erklärte Gemeinderätin Heidrun Schmalenberg, werde zwar für viele "Alleinerzieher" große Vorteile bringen, zusätzlich wünscht sie sich neue Kindergartenöffnungszeiten (wochentags 6 bis 20, Samstag 6 bis 17 Uhr) stark machen und Initiativen zur Aus- und Weiterbildung von Frauen im IT-Bereich.

Im sozialen Wohnbau sieht Neu-Mandatarin Henriette Frank Bedarf nach modularen Wohneinheiten, in denen Telework-Büros entstehen können oder die später, "wenn die Frau wieder eine Partnerschaft eingeht oder die Hauspflege für jemanden übernimmt", vergrößerbar sind.

Neu bei der FPÖ sind "Frauenparkplätze", bekannt - wenn bisher auch nicht als Frauenthema - FP-Positionen zu Migranten: Kultursprecherin Heidemarie Unterreiner kündigte an, dass heimische "Identität, Sprache und Geschichte mehr Achtung erfahren" sollten. Und FP-Integrationsbeauftragte Barbara Schöfnagel fordert: "Jeder muss sich artikulieren können." Freilich, so die Abgeordnete, müsse "eine Putzfrau nicht die gleichen Sprachkenntnisse wie ein Arzt haben". Auf - nach sozialen Vokabelbedürfnissen gestaffelte - Sprachprüfungen sollten Migrantinnen in Kindergärten vorbereitet werden.

Weiblich ist für die FPÖ auch der Kampf gegen Hundekot. Schließlich landet der oft in Sandkisten auf Spielplätzen. Langzeitarbeitslose, so FP-Umweltsprecherin Brigitte Reinberger, sollten geschult werden, um Reinhalte- und Leinenpflicht zu kontrollieren und zu exekutieren. Denn, so die FP-Mandatarin, man habe sich vorgenommen, "viele Themen anzugreifen". (DerStandard,Print-Ausgabe,8.5.2001)

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