30.000 Autogramme gegen Pläne der EU

8. Mai 2001, 17:45
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Autohändler-Protestaktion wegen Fall der GVO

Wien/Offenburg - Autohandel und Metallergewerkschaft haben in einer Unterschriftenaktion 30.000 Unterstützungserklärungen für die Beibehaltung der so genannten Gruppenfreistellungsverordnung (GVO) im Autohandel gesammelt. Damit soll gegen Pläne der EU-Kommission protestiert werden, das jetzige Vertriebssystem über ausgewählte Markenhändler abzuschaffen. Die Autogramme sollen in der im Herbst erwarteten Entscheidungsphase in Brüssel vorgelegt werden, sagte Heinz Havelka, Gremialvorsteher des österreichischen Fahrzeughandels, am Montag.

Die seit Ende 2000 gesammelten 30.000 Unterschriften für die Beibehaltung der GVO blieben freilich hinter den Erwartungen zurück. Havelka hatte sich wenigstens 40.000 Unterstützungserklärungen erwartet, Rudolf Nürnberger, Chef der Gewerkschaft Metall-Textil, hatte noch viel mehr für möglich gehalten.

In Österreich machen sich neben dem Handel auch Gewerkschaften und Autofahrerklubs für die Beibehaltung des selektiven Autovertriebs stark. Während die Gewerkschaft fürchtet, dass durch eine Freigabe bis zu 35.000 Jobs "unter Druck kommen" könnten, fürchten die Autofahrerklubs um die Qualität der Serviceleistungen. In Deutschland wurden etwa 90.000 Unterschriften für die Beibehaltung der GVO gesammelt.

Fiat droht Handelskette

Fiat will indes den Verkauf des Kleinwagens Punto in 400 baden-württembergischen Edeka-Supermärkten in letzter Sekunde verhindern. Der Autohersteller drohte in einem am Montag bekannt gewordenen Fax an die Offenburger Edeka-Regionalvertriebsgesellschaft mit rechtlichen Schritten, falls die Supermarktkette wie angekündigt 1000 Puntos anbieten sollte. (APA/AFP, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8. 5. 2001)

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