Rumsfeld will militärische Weltraumprogramme aufwerten

9. Mai 2001, 08:11
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Rumsfeld unterstellt alle Weltraumaktivitäten der Luftwaffe - Bush kündigt "Büro für Nationale Bereitschaft" an

Washington - Aus Sorge vor Angriffen aus dem Weltall und Attacken mit biologischen, chemischen und Nuklearwaffen hat die US- Regierung am Dienstag umfangreiche Maßnahmen angekündigt. Verteidigungsminister Donald Rumsfeld will der militärischen Nutzung des Weltraums in der Verteidigungsstrategie in Zukunft eine bedeutendere Rolle einräumen. Präsident George W. Bush ordnete einen besseren Schutz vor Terrorattacken an.

Rumsfeld verfügte eine umfassende Neuorganisation aller Weltraumaktivitäten unter der Führung der Luftwaffe. Beobachter sehen darin einen ersten Schritt zum Ausbau der militärischen Nutzung des Alls und den möglichen Aufbau einer "Weltraum-Armee". Außerdem werde das Pentagon in Zukunft mit dem Geheimdienst CIA bei allen Weltraumfragen eng zusammenarbeiten. Über konkrete Rüstungsprojekte im Weltraum machte Rumsfeld keine Angaben. Er hatte sich aber schon früher für die Entwicklung von weltraumgestützter Lasertechnologie zur Abwehr ballistischer Raketen und den Bau von Angriffssatelliten ausgesprochen.

Militär brauche Satelliten

"Die USA verlassen sich für ihre Sicherheit mehr als jede andere Nation auf den Weltraum", sagte Rumsfeld. Das Militär brauche Satelliten zur Überwachung von Waffen- und Raketenbewegungen in feindlich gesinnten Staaten. "Wir müssen sicher stellen, das die Organisation unseres Nationalen Sicherheitsprogramms für den Weltraum die Wichtigkeit widerspiegelt, die der Weltraum heute hat", sagte Rumsfeld.

Nach Angaben der "New York Times" sind im Pentagon-Budget von 310 Milliarden Dollar (350 Mill. Euro/4,81 Mrd. S) zurzeit nur acht Milliarden Dollar für Weltraumprojekte vorgesehen. Die CIA gibt weitere Milliarden für Überwachungsmaßnahmen aus, macht ihr Budget jedoch nicht öffentlich. Rumsfeld will im Juni einen detaillierten Budgetplan des Pentagon vorlegen. Bis dahin sollen noch Details mehrerer militärischer Einzelinitiativen bekannt gegeben werden. Präsident George W. Bush hatte vergangene Woche angekündigt, dass die USA die Entwicklung ihres umstrittenen Raketenabwehrsystems vorantreiben werden.

Gleichzeitig sieht die US-Regierung bei einem möglichen Angriff mit chemischen, biologischen und Nuklearwaffen eine offene Flanke. Bush kündigte am Dienstag an, dass der Schutz der Bevölkerung vor Attacken mit Massenvernichtungswaffen grundlegend verbessert werden müsse. Deshalb werde ein neues "Büro für Nationale Bereitschaft" aufgebaut, dass sämtliche Schutzmaßnahmen, die zurzeit von 46 Ministerien und Behörden verantwortet werden, koordinieren soll. (APA/dpa)

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