Minardi will gegen Ex-Konstrukteur Brunner klagen

18. Mai 2001, 14:38
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"Gustav hat jedes Ansehen verloren und uns ist enormer Schaden entstanden", so Teamchef Paul Stoddart

Spielberg - Er trägt schwarz und ist wütend. Paul Stoddart, Besitzer und Teamchef des European Minardi-Teams wird den überfallsartig um angeblich zwölf Millionen Dollar zu Toyota abgewanderten Chefkonstrukteur Gustav Brunner aus Österreich auf Millionen klagen. Das hat der Australier in Spielberg bestätigt. "Er hatte einen Dreijahresvertrag, 19 Monate sind noch offen. Uns ist enormer Schaden enstanden."

Die Vorgeschichte: Toyota, das 2002 in die Formel 1 einsteigt, hatte zunächst Andrea de Cortanze gefeuert und kurz darauf in einer Nacht- und Nebel-Aktion den Steirer Brunner engagiert. "Am Freitag war er noch bei uns, am Montag bekamen wir ein lapidares Fax. Seitdem ist Gustav auch für mich nicht mehr erreichbar. Ich hoffte, ihn hier in Österreich zu sehen, aber er hat offenbar nicht einmal mehr die Klasse, es mir ins Gesicht zu sagen", ist Stoddart von Brunner enttäuscht. "Er hat in der Szene jeden Respekt verloren, so etwas ist schlecht für die ganze Formel 1."

Auto für nächstes Jahr schon fertig

Um sein in schwarz lackiertes Nachzügler-Team macht sich Neo-Eigentümer Stoddart weniger Sorgen. "Das Auto für nächstes Jahr ist konstruiert, es gibt keine Regel-Änderungen, da sind wir schon weiter wie viele andere." Gabriele Tredozi macht jetzt den Brunner-Job, "außerdem haben wir die darunter liegenden Positionen gestärkt."

Man kann in der Geldverbrennungs-Maschinerie Formel 1 davon ausgehen, dass Brunner, der auf Grund seiner außer Frage stehenden Qualifikation mehrere Angebote hatte, seinen neuen Job in Deutschland so ausverhandelt hat, dass die Japaner für einen eventuellen Schadenersatz aufkommen. "Man spricht, dass Gustav für drei Jahre zwölf Millionen Dollar kassiert", hat auch Stoddart gehört.

"Ich würde ihm nur das hier anbieten", sagte Stoddart am A1-Ring und zog einen schwarzen Beutel mit 13 Silbermünzen aus der Tasche. "Hier geht es nur um Geld. Wir werden ihn so schnell wie möglich klagen und er wird verlieren. Er ist in einer Position, in der er nicht gewinnen kann." (APA)

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