Der Beutel des Koala ist eine medizinische Fundgrube

7. Mai 2001, 15:10
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Anders als bei den übrigen Beuteltieren ist er relativ trocken und bakterienfrei

Sydney - Australische Forscher haben herausgefunden, dass die Beuteltaschen von Koalas eine Art "natürlicher Apotheke" darstellen. Ihre dreijährige Studie befasste sich vor allem mit der Frage, warum Koala-Beutel im Gegensatz zu jenen anderer Beuteltiere relativ trocken und bakterienfrei sind. Die Forscher hoffen, dass die Ergebnisse ihrer Studie zur Entwicklung neuer Medikamente beitragen werden.

Ein Koala-Junges verbringt die ersten sechs Monate seines Lebens im Beutel der Mutter. Dieser ist, anders als beim Rest der Beuteltiere, nach unten geöffnet, und das Tier kann sich darin nicht bewegen. Daher ist es für die Mutter anatomisch schwierig, den Beutel oder ihr Junges zu reinigen. Liz Deane, Forscherin an der Macquarie University in Sydney, fanden es verblüffend, wie Koala-Babys in einer derartigen Umgebung rein und gesund bleiben können.

Deane und ihr Team haben herausgefunden, dass Muttermilch ein wesentlicher Faktor zum Schutz des Immunsystems ist. Abgesehen davon enthält ein Koala-Beutel so genannte Cathelicidine. Diese bestehen aus kleinen Proteinbändchen, an deren Ende Lipide geknüpft sind, und sorgen dafür, dass der Beutel so steril wie möglich bleibt. Deane möchte nun erforschen, ob manche antibakteriellen Verbindungen auf das Nahrungsmittel von Koalas, die relativ giftigen Eukalyptusblätter, zurück zu führen sind. Eine mögliche praktische Anwendung der Studie ist die Entwicklung neuer Medikamente. (pte)

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