Kostunica macht Auslieferung Milosevics von "Gesetzen" abhängig

8. Mai 2001, 19:39
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"Human Rights Watch" verlangt mehr Druck auf jugoslawischen Präsidenten

New York - Jugoslawien macht die Auslieferung seines im Oktober gestürzten Präsidenten Slobodan Milosevic an das Haager Kriegsverbrechertribunal von einer "gesetzlichen Verankerung" der Zusammenarbeit mit Den Haag abhängig. Das erklärte der neue jugoslawische Präsident Vojislav Kostunica am Dienstag nach einem Gespräch mit UNO-Generalsekretär Kofi Annan über die gespannte Lage in der Balkanregion.

"Wir sind uns unserer Verpflichtungen durchaus bewusst", sagte Kostunica anschließend zu Journalisten am UNO-Hauptsitz in New York, "aber wir brauchen ein gesetzliches Rahmenwerk für die Kooperation mit Den Haag."

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hatte die Vereinten Nationen und die US-Regierung zuvor aufgefordert, mehr Druck auf den jugoslawischen Präsidenten auszuüben. An internationale Finanzinstitute appellierte die Organisation, künftige Mittel für Belgrad an die Auslieferung der in Den Haag angeklagten Serben zu knüpfen.

Auch die Chefanklägerin des Tribunals, Carla Del Ponte, hält sich in dieser Woche in der US-Hauptstadt auf. Sie hat von Kostunica wiederholt die Überstellung seines Vorgängers Milosevic nach Den Haag gefordert.

"Human Rights Watch" verlangt mehr Druck auf Kostunica

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch fordert von den Vereinten Nationen und der US-Regierung, mehr Druck auf den jugoslawischen Präsidenten Vojislav Kostunica auszuüben, damit dieser umfassend mit dem UNO-Kriegsverbrechertribunal kooperiere. Kostunica wollte am Dienstag mit UNO-Generalsekretär Kofi Annan in New York sprechen und anschließend nach Washington weiterreisen.

Auch die Chefanklägerin des Tribunals, Carla Del Ponte, hält sich in dieser Woche in der US-Hauptstadt auf. Sie hat von Kostunica wiederholt die Überstellung seines Vorgängers, des jugoslawischen Ex- Präsidenten Slobodan Milosevic, nach Den Haag gefordert.

Human Rights Watch appelliert an internationale Finanzinstitute, künftige Mittel für Belgrad an die Auslieferung der in Den Haag angeklagten Serben zu knüpfen. (APA/dpa)

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