Atomtransport aus Brandenburg nach Mecklenburg-Vorpommern

7. Mai 2001, 14:06
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Niedersachsen erwartet am Mittwoch weiteren Castor nach Gorleben

Anklam - Der Atomtransport mit abgebrannten Brennelementen aus dem brandenburgischen Kraftwerk Rheinsberg in das Zwischenlager Nord in Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern startet am Mittwoch. Das teilte der deutsche Bundesgrenzschutz (BGS) am Montag mit. BGS und Polizei seien umfassend vorbereitet, um den Zug mit den vier Castoren sowie auch "friedliche Versammlungen" von Demonstranten zu schützen, betonte Einsatzleiter Klaus Wils.

Konsequentes Einschreiten

Gegen Sitzblockaden auf den Schienen werde aber "konsequent" eingeschritten. Die Grünen in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg sowie Umweltschutzgruppen haben bereits Proteste gegen den Transport angekündigt. Die Polizei geht dennoch davon aus, dass der Zug noch am Mittwoch sein Ziel erreicht. In den vier Castorbehältern sollen die letzten verbliebenen Brennelemente aus dem 1990 stillgelegten DDR-Kernkraftwerk Rheinsberg in das Zwischenlager Lubmin bei Greifswald transportiert werden.

Widerstand aufgegeben

Der niedersächsische Innenminister Heiner Bartling hat indes seinen Widerstand gegen den in diesem Jahr geplanten zweiten Castor-Transport nach Gorleben aufgegeben. Weil es unter den Ländern voraussichtlich keine Mehrheit gegen die Atommülllieferung geben werde, gehe er von einem weiteren Transport aus, sagte Bartling am Montag in Hannover. Allerdings müssten dabei der Bund und die anderen Länder die niedersächsische Polizei über das bisherige Maß hinaus unterstützen. (APA/AFP/AP)

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