SAir-Group hat AUA-Aktienanteil verpfändet

7. Mai 2001, 18:20
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Stimmrechte werden von der CSFB wahrgenommen

Wien - Die angeschlagene Schweizer SAir-Group (Swissair) hat ihr 10-Prozent-Aktienpaket an der österreichischen Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA) verpfändet.

Die Stimmrechte für das Paket werden bereits bei der bevorstehenden AUA-Hauptversammlung am Mittwoch von der Investmentbank Credit Suisse First Boston (CSFB) wahrgenommen. Das bestätigte die Swissair am Montag auf APA-Anfrage. Seitens der AUA wurde die Stimmrechtsübertragung ebenfalls bestätigt, aber nicht weiter kommentiert.

Wie berichtet, erhält die im Jahr 2000 von hohen Verlusten gebeutelte SAir eine Finanzspritze von rund 1 Mrd. Franken (8,9 Mrd. S), wobei diese neue Kreditlinie von den drei Großbanken CSFB, Deutsche Bank und Citibank zugesagt wurde. Zur Bilanzsanierung hat die SAir in der zweiten Aprilhälfte ihre Swissotel-Gruppe für 3,7 Mrd. S an die Raffles-Gruppe veräußert. Zuvor bereits hatte die Swissair Anfang April in Wien das "Hilton"-Hotel für rund 1 Mrd. S an die Kärntner Baufamilie Soravia verkauft.

"Strategisch nicht mehr wichtig"

Die 10-Prozent-Beteiligung an den Austrian Airlines (AUA) ist für die Swissair "strategisch nicht mehr wichtig". Das aktuelle Kursniveau der AUA-Aktie - am Nachmittag notierte das Papier an der Wiener Börse um 12,90 Euro - sei aber "nicht so, dass man verkaufen sollte", sagte ein Swissair-Sprecher am Montagnachmittag zur APA. Zusatz: "Die Swissair hat derzeit andere Sorgen".

Für welchen Betrag der 10-Prozent-Anteil an die Investmentbank Credit Suisse First Boston (CSFB) im Zuge eines "stock lending" verpfändet worden sei, kommentiere die Swissair nicht, hieß es. Die Schweizer halten 3,4 Mill. Stück Aktien, der heutige Schlusskurs belief sich auf 12,95 Euro, damit würde sich ein rechnerischer Wert des Pakets von rund 44 Mill. Euro (605 Mill. S) ergeben. Diese Rechnung sei aber hier nicht anzuwenden, da die Aktien nicht veräußert, sondern verpfändet worden seien und im Besitz der Swissair blieben. (APA)

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