Angst vor Kooperation von ZDF und T-Online

8. Mai 2001, 21:13
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Einblendung der Internet-Domain "www.heute. t-online.de" in jeder Nachrichtensendung des ZDF sorgt für Kritik

Schwere politische und rechtliche Bedenken gegen die geplanten Online-Aktivitäten des ZDF erhebt der Präsident des Verbandes Privater Rundfunk und Telekommunikation (VPRT), Jürgen Doetz, in einem Schreiben an den Vorsitzenden der Rundfunkkommission der Länder, Ministerpräsident Kurt Beck. In diesem fordert er die Länder auf, die geplante Online-Kooperation zwischen ZDF und T-Online www.t-online.de zu überprüfen. Erst Ende März hatte sich der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger kritisch zu den Online-Aktivitäten des ZDF geäußert.

Unabhängigkeit

Besonders kritisch sieht der VPRT die vorgesehene Einblendung des Hinweises auf die Internet-Domain "www.heute.t-online.de" in jeder Nachrichtensendung des ZDF. Vor allem der aus Gebühren finanzierte öffentlich-rechtliche Rundfunk sei verpflichtet, alles dafür zu tun, eine von politischen und wirtschaftlichen Interessen unabhängige Berichterstattung zu leisten.

Hinzu käme, dass T-Online für sein eigenes Internetangebot exklusive Zugriffsrechte auf die Inhalte der ZDF-Nachrichtensendungen erhalten soll. Dafür zahle T-Online offenbar 6,5 Mio. Mark jährlich an das ZDF. Dieses Geld soll für die Online-Redaktion von "heute" eingesetzt werden, was wiederum die Frage nach der journalistischen Unabhängigkeit aufwerfe, so der VPRT weiter.

Schleichwerbung

Befürchtet wird auch das Überschreiten der Grenze zur Schleichwerbung durch die permanente Erwähnung des Namens T-Online. Dieser Verdacht werde dadurch gestützt, dass T-Online offenbar bereit ist, als Internet-Service-Provider für das ZDF die technische Dienstleistung für den Internetzugang unentgeltlich zu erbringen.

In diesem Zusammenhang fordert der VPRT-Präsident dringend eindeutige Regelungen, die das Online-Engagement von ARD und ZDF auf das erforderliche Maß begrenzten. Eine öffentlich-rechtliche Grundversorgung im Internet halte der VPRT für nicht notwendig, da es hier keinen Mangel an Übertragungswegen gebe und keine Defizite für die Meinungsvielfalt zu befürchten seien. (pte)

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