NÖ: Ehemann wollte Frau anzünden - Zweieinhalb Jahre Haft

7. Mai 2001, 16:46
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Aus Eifersucht übergoss er die 24-Jährige mit brennbarer Flüssigkeit

Wiener Neustadt - Leicht hatte es Mario S. laut seiner Aussage mit seiner Ehefrau, die er als 17-Jähriger geheiratet hatte, nicht. Neben ihm soll sie angeblich auch seinem Bruder und einem Cousin körperlich immer wieder sehr nahe gekommen sein. "Ich bin ein Roma! Bei uns gibt's so was nicht", empörte sich der inzwischen 24-Jährige am Montag im Landesgericht Wiener Neustadt, wo er sich wegen versuchten Mordes vor einem Schwurgericht zu verantworten hatte.

Motiv: Eifersucht

Die Geschworenen kamen allerdings nach eingehender Beratung zur Überzeugung, dass kein Tötungsvorsatz vorlag. Der zuletzt bei einer Security-Firma beschäftigte Mann wurde einstimmig wegen versuchter absichtlicher schwerer Körperverletzung schuldig erkannt und zu zweieinhalb Jahren unbedingter Haft verurteilt. Mario S. nahm die Strafe an.

Das Motiv der Tat hieß "Werner": Mario S. hatte sich "zum Kuscheln" zu seiner Frau und den beiden Kindern ins Bett gelegt, als es draußen klopfte. Vor der Tür stand ein ihm Unbekannter, den seine Frau als ihren neuen Freund bezeichnete, nachdem sie diesen weggeschickt hatte.

Wunsch nach Entstellung

Daraus entwickelte sich ein Streit, in dessen Verlauf Mario S. die Nachfüllflasche für sein Zippo-Feuerzeug zog und damit seine Frau übergoss. "Ich wollte, dass sie so viele Narben hat, dass sie kein anderer mehr anschaut", erklärte er nun dem Gericht.

Die 24-Jährige erlitt Wunden im Gesicht-, Hals- und Brustbereich sowie an den Armen. Zehn bis 20 Sekunden habe sie gebrannt, schätzte der Angeklagte. Mehrere Tage lag das Opfer auf der Intensivstation, 15 Prozent ihrer Körperoberfläche waren in Mitleidenschaft gezogen. (APA)

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