Malerin Maria Slavona – zu Unrecht vergessen

14. Mai 2001, 11:56
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Eine Erinnerung zum 70. Todestag der Impressionistin

Warum die Lübecker Künstlerin Maria Slavona (1865-1931) dem allgemeinen Vergessen anheim gefallen ist, lässt sich nicht zurückverfolgen. Zählt sie doch zu den wichtigsten deutschen Impressionistinnen und zu jenen wenigen deutschen KünstlerInnen, die bereits um die Jahrhundertwende mit dem Ankauf eines ihrer Werke durch den französischen Staat geehrt wurden.

16 Jahre ihres Lebens verbrachte sie in Paris, wo sie mit vielen bedeutenden französischen MalerInnen der Zeit - unter anderem mit Camille Pissarro und Henri Toulouse Lautrec - in Kontakt stand. Käthe Kollwitz äußerte sich begeistert über das Farbgefühl der Verfechterin der Moderne.

Ausbildung in Berlin und München

Am 14. März 1865 in Lübeck in ein progressives Elternhaus hineingeboren, kümmert sich vor allem die künstlerisch interessierte Mutter um die Förderung ihres Talents. Bereits mit 17 Jahren besucht sie das Kunstgewerbemuseum in Berlin und danach die Malschule des Vereins der Künstlerinnen. Anatomiestudien stehen hier im Vordergrund. Im Münchner Künstlerinnenverein lernt sie den Umgang mit Farben und Palette, und trifft auf Käthe Kollwitz, mit der sie eine lebenslange Freundschaft verbindet.

Als Slavona mit der modernen französischen Malerei in Berührung kommt, beschließt sie nach Paris zu gehen. Mit dem bekannten dänischen Maler Willy Grétor verlässt sie 1890 Deutschland, um eine neue Existenz aufzubauen. Ein Jahr nach der Geburt von Tochter Lilly 1891, ist die Beziehung beendet.

Die größten Erfolge in Paris

Sechzehn Jahre bleibt sie in Paris und nimmt ab 1893 an großen Ausstellungen teil. Ihre Bilder lassen sich gut verkaufen und bald kann sie sich im Kunstbetrieb etablieren. 1900 heiratete sie den Schweizer Kunsthändler und Schriftsteller Otto Ackermann. Die gemeinsame Wohnung entwickelt sich zu einer Art Salon. Zeitgenössische Größen wie Munch, Kollwitz, Rilke, Ibsen, Bertha von Suttner verkehren dort.

1909 gehen sie gemeinsam nach Berlin. Ihr Gesundheitszustand verschlechtert sich mehr und mehr, sie fühlt sich psychisch als auch physisch erschöpft. Die letzten Lebensjahre verbringt sie am Starnberger See, wo sie vorwiegend Blumenstilleben malt.

Maria Slavona stirbt am 10. Mai 1931 im Alter von 56 Jahren in Berlin. (dabu)

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