Globale Wirtschaftslage Thema des Treffens der G-10-Notenbank- gouverneure in Basel

7. Mai 2001, 15:20
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BoE-George: Verständnis für "wait-and-see"-Politik der EZB

Basel - Die wirtschaftliche Entwicklung in den USA, im Euro-Raum und in Japan standen auf der Tagesordnung des monatlichen Treffens der Notenbankgouverneure der G-10 am Montag in Basel unter dem Dach der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). G-10-Chairman Edward George, zugleich Gouverneur der Bank of England (BoE), sagte nach der Veranstaltung, die "wait-and-see"-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) sei auf allgemeines Verständnis gestoßen. EZB-Präsident Wim Duisenberg, der in der Runde in Basel präsent war, hat diese abwartende Geldpolitik zuletzt auf der EZB-Rat-Pressekonferenz Anfang April ausführlich begründet.

Die wirtschaftliche Entwicklung im Euro-Raum wird nach Ansicht der G-10-Geldpolitiker durch die Abschwächung der Weltwirtschaft, ausgehend von den USA, zwar tangiert, aber nicht sehr stark. George sagte dazu, dass es in diesem Jahr im Euro-Raum wohl nicht das erwartete Wirtschaftswachstum von drei Prozent geben werde, wohl aber rund 2 1/2 Prozent, was dem Trendwachstum bzw. dem Wachstumspotenzial im diesem Währungsraum entsprechen würde. Für das nächste Jahr werde aber wieder ein wieder höheres Wirtschaftswachstum zu erwarten sein.

US-Wachstumsbeschleunigung noch 2001

Die US-Konjunktur dürfte nach Ansicht der Notenbank-Gouverneure später im Jahr 2001 wieder an Fahrt gewinnen. Es sei zwar kein Versuch gemacht worden, zu einem Schluss zu kommen, aber die generelle Erwartung sei, dass man die US-Wirtschaft wachsen sehen und dass das Wachstum später im Jahr zunehmen werde, sagte der Gouverneur der Bank von England, Eddie George, am Montag in Basel nach der monatlichen Ratssitzung der G10-Notenbanker bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). Es sei aber auch ein pessimistischeres Szenario denkbar, so George.

Wenn man die US-Arbeitsmarktdaten der Vorwoche betrachte, zeige sich, dass die Anpassung sehr schnell stattfinde, was bedeute, dass sie eher früher als später zu einem Ende kommen könnte und eine Stabilisierung eintrete, sagte George.

George erklärte zudem, dass die Dollar-Stärke auch von den Kapitalflüssen in die USA abhängen würde.

Für EZB spricht Inflation

Für die Europäische Zentralbank (EZB) ist die Teuerung in der Eurozone ein Faktor, der gegen weitere Aktionen spricht. Das erklärte Eddie George. Die Notenbanken sähen Inflationsdruck sowohl in den USA als auch in Europa, sagte George weiter. In der Eurozone sei der Preisdruck aber ausgeprägter. In der Eurozone schlage sich die Energiepreisentwicklung stärker nieder, auch der schwächere Euro spiele eine Rolle ebenso wie steigende Preise für Agrargüter. "Ich denke, das ist die Erklärung für die abwartende Politik in der Eurozone" sagte George weiter. (APA/vwd)

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