VoiceStream - Analysten erwarten heute höhere Quartalsverluste

7. Mai 2001, 10:59
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Deutsche-Telekom-Aktionäre sprechen Ende Mai letztes Wert über geplante Verschmelzung

Ein Risiko für die nationale Sicherheit der USA ist die Übernahme der VoiceStream Wireless Corp, Bellevue, durch die Deutsche Telekom AG nach Ansicht des Ausschusses für ausländische Investitionen (CFIUS) unter Vorsitz des US-Finanzministers nicht. Als hohes Risiko für den Bonner Konzern sehen allerdings Analysten wie die von Lehman Brothers den VoiceStream-Kauf. Deshalb könnten die Erstquartalszahlen von VoiceStream, die am Montagabend nach US-Börsenschluss bekannt gegeben werden, den Telekom-Aktionären noch als Entscheidungshilfe dienen, bevor sie auf der Hauptversammlung Ende Mai das letzte Wort über die Verschmelzung sprechen.

Und nach Zahlen sieht VoiceStream nicht gut aus. Erst am 30. April haben die das Unternehmen bewertenden Analysten ihre Prognosen für Gesamtjahr und erstes Quartal nach unten korrigiert. Für die Periode Jänner bis März, so lautet jetzt ihr Konsens nach einer Umfrage von First Call/Thomson Financial, dürfte VoiceStream einen Verlust von 2,55 Dollar (2,85 Euro/39,2 S) je Aktie ausweisen. Zuvor hatten sie den Fehlbetrag bei 2,49 Dollar je Aktie gesehen.

Für das Gesamtjahr wird ein Verlust von 9,56 (zuvor: 9,06) Dollar - umgerechnet 10,69 Euro/147,1 S - je Aktie erwartet, 2002 immerhin noch 6,95 Dollar Minus je Titel. VoiceStream selbst hat bereits angekündigt, ein Großteil des prognostizierten Verlustes beim Cash-Flow für 2001 von knapp 300 Mill. Dollar werde auf das erste Quartal entfallen.

Allerdings kann das US-Mobilfunkunternehmen, das nach der Fusion mit Powertel Inc, in die T-Mobile International AG, Bonn, integriert werden soll, auf hohe Wachstumsraten verweisen. Die Zahl der Mobilfunkkunden sei per Ende März um 487.700 auf 4,4 Millionen gewachsen, hieß es kürzlich. Beim Umsatz im laufenden Jahr wird von VoiceStream gar mit einem Zuwachs von 120 bis 125 Prozent gerechnet.

Hauptargument der Deutschen Telekom für den Kauf ist die GSM-Technologie, mit der VoiceStream sein Mobilfunknetz betreibt. Mit der Übernahme wird der Ex-Monopolist zum einzigen transatlantischen GSM-Anbieter. Allerdings muss VoiceStream noch erhebliche Summen in sein Netz investieren - die das Ergebnis noch länger belasten werden. (APA)

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