Das Gib-Gas-Mantra generiert Stillstand

7. Mai 2001, 10:44
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Tom DeMarco fordert Spielräume für Manager

Wider den Übereifer! Der amerikanische Top-Consulter Tom DeMarco fordert in seinem Buch emphatisch, dass Manager mehr Spielräume brauchen, um ihre Organisationen mit weniger Effizienz letztlich effektiver führen zu können. Die tiefgreifenden Veränderungen im Zeitalter der Beschleunigung sind ohne Spielräume für die Wissensarbeiter nicht mehr zu bewältigen.

Der gehetzte Manager-Zombi, verfolgt von imaginären Abschusslisten, die Verrückte einer Axt gleich in den Korridoren der Unternehmen schwenken, gerät bloß in eine Vertrauenskrise und wird unfähig sein, die Einbahnstraße des Effizienzwahns zu verlassen. Die notwendigen Richtungsänderungen des Wandels sind in hochbeschleunigten Unternehmen praktisch ein Ding der Unmöglichkeit.

In paradoxer Formulierungslust legt DeMarco Unternehmen nahe, Zonen der Sicherheit vorzusehen, um hohe Risiken wagen zu können. Risikomanagement bezeichnet er als eine "Disziplin zur Planung von Fehlschlägen". Risiken sind produktiv, verschwinden nie ganz, und sie kosten etwas. Ihre Kalkulation erfordert Spielräume, denn Risikovermeidung ist Flucht vor der Chance. (raf, DER STANDARD, Print-Ausgabe)

Tom DeMarco:
"Spielräume. Projektmanagement jenseits von Burn-out, Stress und Effizienzwahn".

Verlag Hanser 2001,
Preis: öS 295,- (20,35€)

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