Kärntner Volksgruppen-Dialog

7. Mai 2001, 10:38
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Haiders Weg: "der nicht von den Buchstaben der Gesetze diktiert werden solle"

Klagenfurt - Gegen eine "Störung" des Volksgruppen-Dialoges in Kärnten, auch "durch den Prügel einer Verfassungsklage", hat sich Landeshauptmann Jörg Haider (F) gewandt. "Wir alle wollen den Dialog und wir sollten uns das gute Klima nicht von einzelnen wenigen Heckenschützen und jenen Kräften auf beiden Seiten stören lassen, die den Konflikt wollen", sagte Haider Sonntag Abend anlässlich der Eröffnung der 9. Kulturwoche der Kärntner Slowenen in Villach.

Österreich und insbesondere Kärnten befinde sich hinsichtlich seiner Volksgruppenpolitik sowie seines Minderheitenschutzes in einer sehr positiven Entwicklung, betonten Haider und Sozialminister Herbert Haupt(F) unisono. Der Landeshauptmann machte dabei deutlich, dass Kärnten einen eigenen Weg der Praxis schrittweise und erfolgreich beschreite. Es sei dies ein Weg, "der nicht von den Buchstaben der Gesetze diktiert werden solle".

Rahmenübereinkommen und Deklarationen sowie Bekenntnisse zum Minderheitenschutz gebe es laut Haider überall genug, entscheidend seien aber die Ergebnisse, ethnische Konflikte würden in der Welt eher zunehmen und Frankreich beispielsweise sei alles andere als minderheitenfreundlich. Der Prozess des Zusammenlebens und des Dialoges solle aber weiter unbesehen der Gesetze verbessert werden, meinte Haider auch an die Adresse jener, die jetzt wieder Forderungen in Bezug auf neue zweisprachige Ortstafeln erheben.

Haupt: "die Kärntner Heimat auch künftig gemeinsam zu gestalten"

Bezüglich der Amtssprachenregelung habe Kärnten laut Haider eine sehr großzügige Regelung, hier hinke die Politik der guten Praxis nach. Bezüglich der Finanzierung der slowenischen Kindergärten werde es in den kommenden Wochen zu einer Lösung kommen. Auch das slowenische Musikschulwerk sei vertraglich verlängert worden. Ebenso mache die Initiative, das Volksgruppenradio im Rahmen des Bildungsauftrages des ORF fix zu verankern, Fortschritte.

Haupt appellierte unter Hinweis auf die jahrhundertelange historische Schicksalsgemeinschaft, "die Kärntner Heimat auch künftig gemeinsam zu gestalten". Kärnten mit seinen drei Kulturkreisen sei Europa im Kleinen und aus dieser Vielfalt sollten die Zukunftschancen genützt werden.

Die 9. Kulturwoche der Slowenen wird vom Volksgruppenbüro und der Kulturabteilung des Landes in Kooperation mit dem Kulturamt der Stadt Villach, dem Christlichen und dem Slowenischen Kulturverband initiiert. (APA)

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