Papst hält auf den Golanhöhen Friedensgebet für den Nahen Osten

7. Mai 2001, 13:53
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Besuch der von Israel zerstörten Stadt Kuneitra

Kuneitra - Papst Johannes Paul II. ist am Montag, dem dritten Tag seines Syrien-Besuchs, auf den Golan-Höhen eingetroffen, die seit 1967 zum Großteil von Israel besetzt sind. Der Papst besuchte die von den Israelis völlig zerstörte Stadt Kuneitra. Dort wollte das Oberhaupt der katholischen Kirche an der Ruine einer griechisch-orthodoxen Kirche für den Frieden im Nahen Osten beten.

Kuneitra liegt rund 65 Kilometer südlich der syrischen Hauptstadt Damaskus. Die syrische Stadt war während des Sechs-Tage-Krieges 1967 von Israel erobert worden. Auch im Yom-Kippur-Krieg 1973 lag die Stadt unter Feuer. 1974 wurde sie an Syrien zurückgegeben. Es sind österreichische und polnische UNO-Friedenssoldaten um Kuneitra stationiert. Syrien macht einen Friedensschluss mit Israel von der bedingungslosen Rückerstattung der Golan-Höhen abhängig.

Gebet für den Frieden

Papst Johannes Paul II. hat am Montag auf den syrischen Golan-Höhen für den Frieden im Nahen Osten gebetet. In der von der israelischen Armee vollständig zerstörten Stadt Kuneitra betete das Oberhaupt der katholischen Kirche an der Ruine einer griechisch-orthodoxen Kirche. Der Papst sagte: "Von diesem Ort, der vom Krieg so zerstört ist, möchte ich mein Herz und meine Stimme für ein Gebet für den Frieden im Heiligen Land und in der Welt erheben. Wirklicher Friede ist ein Geschenk Gottes. Unsere Offenheit für dieses Geschenk verlangt eine Änderung unseres Herzens."

Während der Zeremonie wurde in arabischer Sprache eine Friedensbotschaft verlesen. Sie lautete: "Wir beten für die Völker im Nahen Osten. Hilf ihnen, die Mauern der Feindschaft und der Trennung nieder zu reißen und gemeinsam eine Welt der Gerechtigkeit und der Solidarität zu bauen."

Der Papst dankte den in Kuneitra stationierten österreichischen und polnischen UNO-Friedenstruppen und sagte weiter: "Hoffentlich finden alle den Mut, einander zu vergeben, damit die Wunden der Vergangenheit geheilt und nicht zum Vorwand für weitere Leiden werden." (APA/dpa/Reuters)

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