"Premiere World" - Abonnenten verzweifelt gesucht

11. Mai 2001, 18:16
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Preisgünstiges Basisprogramm soll Kunden bringen

Der Pay-TV-Anbieter "Premiere World" will nach einem Bericht des Magazins "Focus" mit einem preisgünstigerem Basis-Programm seine Abonnenten-Zahlen erhöhen und damit den Durchbruch schaffen. Das neue Basis-Angebot sei Teil einer im Juli startenden Offensive. Flankierend werde das neue Basis-Programm von einer Neugestaltung des "Premiere World"-Kundenmagazins. Außerdem solle die Dachmarke im Programm gestärkt werde, schreibt "Focus" in seiner neuesten Ausgabe.

Unternehmenssprecher Dirk Heerdegen von "Premiere World" erklärte dazu in einer Stellungnahme: "Das sind größtenteils Gerüchte und bekannte Spekulationen zu Planungsständen, die wir nicht kommentieren. Von Beginn an haben wir die Programmstruktur kontinuierlich entwickelt, Programmdynamik ist unser Alltagsgeschäft." Die nächste Stufe der Programmentwicklung stehe an, sei aber noch nicht verabschiedet. "Ziel ist mehr Transparenz im Gesamtangebot und eine Schärfung einzelner Kanäle", erklärte Heerdegen.

3,4 Millionen Abos, sonst ...

Nach Darstellung von "Focus" muss das Pay-TV-Programm der Kirchgruppe bis zum Jahresende rund 3,4 Millionen Abonnenten gewonnen haben. Sonst könne Leo Kirchs Partner, der australische Medien-Zar Rupert Murdoch, seine Investitionen von fast drei Mrd. DM aus "Premiere World" zurückfordern. Zur Zeit lägen die Abonnentenzahlen bei rund 2,4 Millionen. Das Hauptproblem ist "Focus" zufolge die hohe Kündigungsquote von bis zu 50 Prozent binnen Jahresfrist. Abbesteller versuche "Premiere World" deshalb mit besonders günstigen Angeboten umzustimmen.

Erst im März hatte Kirchs Stellvertreter Dieter Hahn in einem Zeitungs-Interview eingeräumt, dass sich der Durchbruch von "Premiere World" um ein bis einhalb Jahre verschieben werde. Premiere World habe nicht so viele Abonnenten, wie die Kirchgruppe es gerne hätte. Das Ziel von 2,9 Millionen Kunden habe der Pay-TV-Anbieter deutlich verfehlt. Trotzdem habe man in den vergangenen ein- bis eineinhalb Jahren ein "substanzielles Wachstum" erzielt, hatte Hahn betont. Es sei genügend Platz da für das Bezahl-Fernsehen. (APA)

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