Mehr als 500 Bewerber bei Präsidentenwahl in Iran

6. Mai 2001, 16:04
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Teheran - Für die Präsidentenwahl im Iran am 8. Juni haben sich mehr als 500 Bewerber angemeldet, darunter mindestens 16 Frauen. Zum Ende der offiziellen Registrierung schrieben sich nach Angaben der Behörden am Sonntag noch Dutzende Kandidaten in die Listen ein. Auch Amtsinhaber Mohammad Khatami tritt wieder an. Der populäre Staatschef aus dem Reformlager gilt als nahezu sicherer Gewinner der Wahl. Er hat versprochen, im Falle seiner Wiederwahl den Reformkurs fortzusetzen.

Über die Zulassung der Kandidaten entscheidet nun der von der fundamentalistischen Geistlichkeit kontrollierte Wächterrat bis zum 17. Mai. Bei der letzten Präsidentenwahl ließ er nur vier von mehr als 200 registrierten Kandidaten zu. Unter den Bewerbern aus dem Lager der Hardliner, die Khatami den Sieg streitig machen könnten, sind unter anderem der konservative Wirtschaftswissenschaftler Ahmad Tawakoli und der frühere Geheimdienstminister Ali Fallahian.

30 Zeitungen geschlossen

Die Hardliner, die Justiz, Streitkräfte und die staatlichen Medien dominieren, haben Khatamis vorsichtiger Liberalisierung des gesellschaftlichen Lebens einen restriktiven Kurs entgegengesetzt. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 30 Zeitungen der Reformer geschlossen, etliche Verleger und Journalisten inhaftiert. Bei Wahlen baute das Reformlager seinen Vorsprung aber aus und stellt inzwischen die Mehrheit im Parlament.

Zu den weiteren Kandidaten für die Wahl im Juni zählen auch der Popsänger Mohammad Hossein Pahlawan und einer der Studentenführer, die 1979 in die Geiselnahme in der US-Botschaft verwickelt waren. Die Bewerber mussten zur Registrierung laut der amtlichen Nachrichtenagentur IRNA folgende Voraussetzungen erfüllen: Sie müssen aktiv am politischen und religiösen Leben teilnehmen, iranischer Herkunft und Moslem sein und den Grundlagen der Islamischen Republik verpflichtet sein. (APA/AP)

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