Autobombe explodiert vor Hotel in Cali/Kolumbien

6. Mai 2001, 15:54
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Insgeamt 32 Verletzte - Krimineller Hintergrund vermutet

Bogota - Bei der Explosion einer Autobombe vor einem Luxushotel in der kolumbianischen Metropole Cali sind am Freitag mindestens 32 Menschen verletzt worden. Nach Angaben von Feuerwehr und Polizei gab es offenbar keine Toten, aber drei der Verletzten befänden sich in kritischem Zustand im Krankenhaus. Die Bombe habe aus rund 50 Kilogramm Dynamit bestanden. Sie sei in einem gestohlenen Pickup versteckt gewesen, der vor dem Hotel geparkt war. Vermutet wurde ein krimineller Hintergrund des Anschlags.

Das Erdgeschoss des Hotels sei vollständig zerstört worden. Durch die Explosion wurde die gesamte Glasfront des Hotels in die Lobby gedrückt. "Ich spürte eine starke Explosion", berichtete ein verletzter Hotelgast, der sich in der Lobby aufgehalten hatte, im Hörfunk. "Alles bebte, und dann stürzte alles zusammen. Glassplitter und Steinbrocken flogen umher. Überall war Chaos, und das Licht fiel aus."

Stundenlang eingeschlossen

Die Menschen in den höher gelegenen Stockwerken des 40 Stockwerke hohen Hotels seien Stunden lang eingeschlossen gewesen, teilte die Polizei mit. Vor dem Hotel heulten die Sirenen der Rettungswagen. Sanitäter versuchten, die Menschen aus den Trümmern des Hotels zu bergen. Feuerwehrleute bemühten sich draußen, brennende Autos zu löschen. Nach Polizeiangaben wurden durch die Wucht der Explosion 20 Fahrzeuge beschädigt. Zum Zeitpunkt der Explosion hatte sich eine kolumbianische Fußballmannschaft in dem Hotel aufgehalten.

Außer zwei Fußball-Spielern gehöre auch ein ehemaliger kolumbianischer Nationaltrainer zu den Verletzten. Es sei aber unwahrscheinlich, dass der Anschlag dem Fussball-Team gegolten habe, sagte ein Polizeisprecher. Ein krimineller Hintergrund der Tat wurde nicht ausgeschlossen. In der Vergangenheit wurden in den Großstädten Cali und Medellin wiederholt Anschläge verübt, die zum Teil der Drogen- Mafia zur Last gelegt wurden. Seit 37 Jahren liefern sich linksextreme Untergrundgruppen, ultra-rechte paramilitärische Einheiten und das Militär in Kolumbien einen blutigen Machtkampf.

Erst im Januar waren bei der Explosion einer Autobombe in der Industriestadt Medellin im Nordwesten des Landes eine Frau getötet und Dutzende Menschen verletzt worden. Der Anschlag wurde der Rauschgift-Mafia zugeschrieben. (Reuters)

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