Wie Antibiotika funktionieren

6. Mai 2001, 14:32
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Durchbruch bei Lösung von Resistenz-Problemen

London - Wissenschaftler des Medical Research Council haben erforscht, wie Antibiotika die normale Funktion von Zellen unterbrechen. Das Team hat detailliert sichtbar gemacht, wie Zellen durch die Übersetzung der in den Genen codierten Informationen Proteine herstellen und welche Folgen der Einsatz von Antibiotika hat. Dieser Durchbruch könnte zur Entwicklung neuer Medikamente führen, die das Problem der steigenden Resistenz bei Antibiotika überwindbar machen.

Es war bereits bekannt, dass die Proteinherstellung in den Zellen von Ribosomen kontrolliert wird. Jetzt wurde der detaillierte Prozess enthüllt, durch den das Ribosom aus Aminosäuren entsprechend den in der DNA enthaltenen Spezifikationen Proteine aufbaut. Zusätzlich deckten die Forscher um Venki Ramakrishnan auf, dass Antibiotika durch die Sabotage dieses Vorganges funktionieren.

Antibiotika scheinen ein Ribosom dazu zu verleiten, einen "Fehler" zu machen und so zu ermöglichen, dass eine falsche Aminosäure in die Eiweißkette kommen kann. Basierend auf diesen Erkenntnissen, könnten neue Medikamente entstehen, die Bakterien bereits während ihrer Entwicklung zerstören. Ramakrishnan erklärte gegenüber der BBC, dass diese Ergebnisse, die Funktionsweise vieler Antibiotika und die Grundlagen verschiedener Formen von Resistenz erklärbar machten. (pte)

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