USA weiterhin um Rückkehr des Spionageflugzeugs bemüht

6. Mai 2001, 13:57
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China dagegen - Gespräche über eine endgültige Lösung sollen fortgesetzt werden

Peking/Washington - Die amerikanischen Behörden bemühen sich weiter um eine Rückkehr des notgelandeten US-Spionageflugzeugs von der chinesischen Insel Hainan. Am Wochenende kehrte ein amerikanisches Team von Technikern aus China zurück und unterrichtete Vertreter der US-Streitkräfte über den Zustand des Flugzeugs. Wie aus US-Regierungskreisen verlautete, kamen die Techniker zu dem Schluss, dass die viermotorige Turboprop-Maschine repariert und sicher von der Insel geflogen werden kann.

Laut einem Militärsprecher wird jetzt eine Empfehlung ausgearbeitet, die zunächst dem Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte im Pazifik, Dennis Blair (Bild), übergeben und später an Verteidigungsminister Donald Rumsfeld weitergeleitet werden soll. Rumsfeld hatte vertraulich die Ansicht geäußert, die Maschine sollte von der Insel geflogen werden. Peking hat aber signalisiert, das nicht erlauben zu wollen. Eine Alternative könnte sein, das Flugzeug auseinander zu nehmen und von einem Schiff oder Transportflugzeug abholen zu lassen.

Gespräche über eine endgültige Lösung würden fortgesetzt

Die Beratungen mit den Militärvertretern hatten am Samstag unmittelbar nach der Rückkehr der Techniker des Flugzeugherstellers Lockheed Martin begonnen und dauerten bis in den Sonntag. Zwei Motoren und ein Propeller der 80 Millionen Dollar teuren EP-3E seien beschädigt, die Spitze des Flugzeugs fehle und im Rumpf steckten einige Metallteile, hieß es.

Die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, die chinesische Seite habe die US-Techniker über die Ergebnisse ihrer eigenen Inspektion des Flugzeugs informiert. Die Gespräche über eine endgültige Lösung würden fortgesetzt. Das Flugzeug war am 1. April mit einem chinesischen Kampfflugzeug kollidiert, dessen Pilot dabei ums Leben kam. Nach der Notlandung der Maschine hielt China die 24 Personen starke Bestatzung elf Tage lang fest. Der Vorfall führte zu einer schweren Belastung der amerikanisch-chinesischen Beziehungen. (APA/AP)

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