"Alles um die Mutter"

14. Mai 2001, 11:42
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"Volksmutter", "Hausfrau", "Zuflucht", "Feministin" - Filmreihe "Produkt Muttertag" im Filmhaus Stöbergasse

Anlässlich der Ausstellung "Produkt Muttertag" im Museum für Volkskunde zeigt das Filmhaus Stöbergasse vom 12 - 16. Mai eine ergänzende Filmreihe. Die Reihe präsentiert 14 Arbeiten, die sich mit dem Mutterbild auseinander setzen. "Volksmutter", "Hausfrau", "Zuflucht", "Feministin" - die Zugänge der Arbeiten sind sehr vielfältig. So startet die Reihe mit Pudowkins Revolutionsfilm "Die Mutter" (UdSSR 1926) nach Maxim Gorkis Roman. Hier scheitert die Mutter an der Vermittlung der verschiedenen Standpunkte von Vater und Sohn. Der labile Vater schließt sich einer reaktionären Organisation an, der Sohn hingegen unterstützt die revolutionären Forderungen der Arbeiterbewegung. Der Vater wird getötet, der Sohn verhaftet - die Mutter stellt sich an die Seite der Aufständischen.

Richard Leacocks Kurzdokumentation "Happy Mother's Day" (USA 1963) schildert die Schwangerschaft einer armen Frau in einer Kleinstadt. Sie hat bereits 5 Kinder und erwartet Fünflinge. Wird diese Tatsache zu einer reißerischen Schlagzeile?

Eine Verherrlichung der großdeutschen Mutter ist Gustav Ucickys Film "Mutterliebe" (D 1939). Das Rührstück über eine Mutter von 4 Kindern, deren Mann durch einen Blitzschlag getötet wurde, erhielt die Bewertung "staatspolitisch und künstlerisch wertvoll". Als Wäscherin verdient sie den Unterhalt für sich und die Kinder. Als ein Sohn zu erblinden droht, opfert sie die Hornhaut eines Auges. 1954 wurde der Film mit Paula Wessely unter dem Titel "Wenn du noch eine Mutter hast" (Rober A. Stemmle) neu verfilmt.

Das 5 minütige Video "Muttertag" (BRD 1962) - eine Auftragsarbeit von Albert Krogmann für die NDR-Redaktion Panorama - war der erste textlose Beitrag. Eine echte Hausfrau und ihr Alltag: Einkaufen, putzen, kochen, spülen, Kinderbetreuung.

Einer der bedeutensten deutschen Stummfilme - "Mutter Krausens Fahrt ins Glück" (Piel Jutzi 1929) - schildert die Geschichte der Arbeiterwitwe Krause. Mit ihren Kindern lebt sie in einer Berliner Hinterhofwohnung, trägt Zeitschriften aus und vermietet ein Bett an einen Schlafburschen um sich über Wasser zu halten.

"Our House" (USA 2000) ist eine Auseinandersetzung mit Erfahrungen und Erlebnissen Kinder homosexueller Eltern. Meema Spadola spricht mit Töchtern und Söhnen von 5 Familien über das Heranwachsen und die Reaktionen des Umfelds.

Stefan Zweigs Novelle "Brennendes Geheimnis" wurde von Robert Siodmak (D 1933) verfilmt . Eine Frau mit ihrem Sohn auf Erholung am Semmering. Die Mutter-Kind Beziehung wird durch einen Baron, der die Mutter für sich gewinnen will gestört.

"Der Schöne, die Biest" ist Mara Mattuschkas konsequenteste Darstellung der "natürlichen" Geburt - im Dschungel der Großstadt (A 1993). Die Künstlerin Elke Krystufek montiert in "Muatatag&und andere Freuden" (A 1955) Szenen eines Muttertagsausflugs mit "anderen Freuden", Bilder über den weiblichen Körper, die weibliche Sexualität.

Pedro Almodovar's preisgekrönter Film "Alles über meine Mutter" (E 1999) ist ein sehr emotionales Portrait einer Frau, die nach dem Tod ihres Sohnes die Spuren ihrer Vergangenheit in Barcelona sucht.

In "Von wegen Schicksal" (BRD 1978) schildert Irene Rakowitz die Geschichte einer Mutter von vier Kindern, die sich nach 20 Jahren scheiden läßt. Der Ex - der alles, was ihm wiederfährt, als Schicksal betrachtet - lebt im aber nach wie vor im selben Haus, nur fünf Stockwerke tiefer.

P r o g r a m m

Montag 14. Mai
19.00: DAS BRENNENDE GEHEIMNIS
21.00: DER SCHÖNE, DIE BIEST/MUTATAG & ANDERE FREUDEN

Dienstag 15. Mai
19.00: WENN DU NOCH EINE MUTTER HAST
21.00: TODO SOBRE MI MADRE

Mittwoch 16. Mai
19.00: MUTTERTAG
21.00: VON WEGEN SCHICKSAL

Filmhaus Stöbergasse - Wien, Stöbergasse 11-15
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