Serben verhindern Wiederaufbau einer Moschee in Bosnien

6. Mai 2001, 14:02
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Radisic fordert "detaillierte" Ermittlungen der Behörden

Sarajewo/Trebinje - Mehrere hundert Serben haben am Samstag im südbosnischen Ort Trebinje den Baubeginn für ein neues moslemisches Gebetshaus verhindert. Dies meldete der bosnische Staatsrundfunk in Sarajewo unter Hinweis darauf, dass die noch im 18. Jahrhundert an der Stelle erbaute Osman-Pascha-Moschee von Serben während des Bosnienkrieges vollkommen zerstört wurde.

Die gemäßigte Führung der bosnischen Serbenrepublik hatte unlängst die Erlaubnis für den Neubau erteilt. Die Extremisten verhinderten nach Rundfunkangaben nicht nur den Baubeginn sondern griffen trotz der anwesenden Polizisten islamische Würdenträger an. Die bosnisch- serbische Regierung und die UNO-Mission verurteilten die Gewaltakte ebenso wie der internationale Bosnien-Beauftragte, Wolfgang Petritsch.

Einige Extremisten warfen mit Steinen und Flaschen auf eine Delegation moslemischer Politiker und Kirchenvertreter sowie ausländischer Gäste. Nach Rundfunkberichten wurden in dem Tumult mehrere Personen verletzt, unter ihnen ein Mitarbeitr von Petritsch.

Bosnischer Präsident verurteilt Unruhen in Trebinje

Der derzeitige Vorsitzende im bosnischen Staatspräsidium, der Serbe Zivko Radisic, hat von den bosnisch-serbischen Behörden am Sonntag "detaillierte" Ermittlungen über die Unruhen bei der Eröffnung einer Moschee im südbosnischen Ort Trebinje gefordert. Am Samstag hatten serbische Extremisten die Wiedereröffnung für eine im Krieg zerstörte Moschee verhindert. Ein Mitarbeiter des internationalen Bosnien-Beauftragten Wolgang Petritsch und mehrere Journalisten waren dabei verletzt worden. (APA)

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