Papst fordert ein "Ende der gewaltsamen Landnahmen"

5. Mai 2001, 20:56
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... eine indirekte, aber unverkennbare Kritik an Israel

Damaskus - Papst Johannes Papst II. hat in Damaskus die Parteien im Nahostkonflikt zu einer Friedenslösung aufgerufen. Zugleich kritisierte er am Samstag indirekt Israel. Ohne Israel beim Namen zu nennen forderte er ein "Ende der gewaltsamen Landnahmen und das Recht der Völker zur Selbstbestimmung".

Johannes Paul wurde zu Beginn seines viertägigen Besuchs in dem moslemischen Land vom syrischen Staatspräsidenten Bashar el Assad empfangen. Dieser machte sich erneut für einen Palästinenserstaat mit Jerusalem als Hauptstadt stark. "Göttliches Recht, die Geschichte sowie internationale Resolutionen bestätigen" das Recht der Palästinenser auf eine Heimat, sagte Assad.

Damaskus ist die zweite Etappe der Papstreise "auf den Spuren des Apostels Paulus". Einen echten Frieden in Nahost könne es nur geben, wenn sich alle Völker gegenseitig respektierten, sagte der Papst. Zugleich plädierte er für einen "neuen Dialog zwischen Christen und Moslems". Der fast 81 Jahre alte Kirchenführer wirkte von den Strapazen der Reise erschöpft.

Moschee-Besuch

In Syrien plant Johannes Paul eine historische Geste: Als erster Papst will er an diesem Sonntag eine Moschee - die Große Omayyaden-Moschee - besuchen. Am Montag steht ein Kurzbesuch am Golan auf dem Programm.

Der Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, Kardinal Walter Kasper, bezeichnete indes den Besuch von Johannes Paul II. in Griechenland als einen "historischen Tag". Kasper würdigte laut Kathpress auch die vom Athener Erzbischof Christodoulos und vom Papst am Freitag gemeinsam veröffentlichte Europa-Erklärung. Sie zeige, dass beide Kirchen nicht nur in die Vergangenheit und auf ihre inneren Probleme, sondern auch in die Zukunft und auf ihre gemeinsame Sendung in der Welt blickten.

Die Vatikanzeitung "L'Osservatore Romano" bewertete die Griechenland-Etappe der Papstreise als "historisch und unvergesslich". Ebenso wie Radio Vatikan berichtete das Blatt ausführlich über das nicht öffentliche gemeinsame Vaterunser-Gebet von Erzbischof Christodoulos und Papst Johannes Paul II. am Freitagabend. Diese Geste sei ein "in Einfachheit abgelegtes großes Zeugnis der Gemeinschaft". (APA/dpa)

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