Ungarns Kleinlandwirte-Partei hat nun zwei Parteichefs

5. Mai 2001, 19:57
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Torgyan und Lanyi sprechen sich wechselseitig die Legitimität ab

Budapest - Die ungarische mitregierende Kleinlandwirtepartei (FkgP) hat seit Samstag zwei Vorsitzende. Während sich Jozsef Torgyan auf der Landesversammlung in Cegled in seinem Amte bestätigen ließ, wählten die Anhänger des Reformflügels in Budapest Zsolt Lanyi zum neuen Parteichef. Auf einer Pressekonferenz in Cegled bezeichnete Torgyan das Treffen des Reformflügels als illegitim.

Lanyi bezeichnete die Budapester Landesversammlung, an der fast 2000 Parteimitglieder teilnahmen, als das einzige legitime Forum das berechtigt wäre, den populistischen Torgyan zu entmachten und einen neuen Vorsitzenden zu wählen. Wie Lanyi im Ungarischen Fernsehen erklärte, habe er die Unterstützung von 90 Prozent der FkgP-Parteimitglieder.

Torgyan sieht sich selbst als den einzigen Vorsitzenden der Regierungspartei, da 80 Prozent der 2.000 Delegierten in Cegled für ihn gestimmt hätten. Über das Fortbestehen der Koalition mit den Jungen Demokraten (FIDESZ) machte Torgyan nur vage Aussagen. Es würde "ernste Folgen" haben, wenn Ministerpräsident Viktor Orban sich gegen die Entscheidung Torgyans und seiner Anhänger stelle und den Agrarminister Imre Boros nicht abberiefe, der zum Reformflügel der Partei gehört. (APA)

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