Nach dem Schiffsunglück in Kongo werden die Toten geborgen

5. Mai 2001, 17:34
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Bislang 30 - insgesamt werden bis zu 150 Opfer befürchtet

Nairobi/Kigali - Nach dem schweren Schiffsunglück im Hafen der ostkongolesischen Stadt Goma sind bis zum Samstagnachmittag fast 30 Leichen aus der gesunkenen Fähre geborgen worden. Schätzungen zufolge sollen noch rund 100 Opfer im Schiffsrumpf eingeschlossen sein. Die "Kongolesische Bewegung für Demokratie" (RCD), die diesen Teil des zerrütteten Bürgerkriegslandes verwaltet, war am Freitag von bis zu 150 Todesopfern ausgegangen. Drei Taucher versuchten am Samstag weitere Leichen zu bergen.

Die Fähre sank am Donnerstag am Dock im Kivusee, als eine Menschenmenge an Bord strömte, um einem Platzregen zu entkommen. Es sei sehr schwer Zugang zu den Körpern in dem gesunkenen Schiff zu bekommen, da das Boot sehr groß und eine große Menge Waren an Bord war, sagte RCD-Sprecher Jean Pierre Lola Kisanga über die Schwierigkeiten der Bergungsarbeiten.

Örtliche Behörden beklagten, das sie keine Hilfe von den dort stationierten UNO-Friedenstruppen erhalten hätten. Die Truppen würden helfen, wenn die notwendige Ausrüstung verfügbar wäre, sagte ein UNO-Mitarbeiter. Am Freitag seien Leute am Dock gewesen und hätten Hilfe angeboten. "Wir haben keine Ausrüstung, die diese Art von Arbeit machen kann."

Auf diesem Stück des Kivusees an der Grenze zu Ruanda herrscht gewöhnlich reger Fährbetrieb. In dem von Guerillas kontrollierten Gebiet ist die Fortbewegung auf dem Landweg zu gefährlich geworden. Als Folge des knapp dreieinhalbjährigen Bürgerkriegs sind die Fährschiffe dort jedoch in einem miserablen Zustand und stets überfüllt. (APA/dpa)

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