Jährlich kommen in Österreich 800 herzkranke Kinder zur Welt

5. Mai 2001, 17:09
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Zehn Prozent davon sterben

Wien- Jedes Jahr kommen in Österreich 800 herzkranke Kinder zur Welt. Dank der modernen Medizin überleben bereits über 90 Prozent der Betroffenen. "Wann immer möglich, wird eine Frühkorrektur des Herzfehlers schon beim Neugeborenen oder im Säuglingsalter angestrebt", sagte Univ-Prof. Dr. Ulrike Salzer-Muhar am Samstag bei einer Pressekonferenz des Vereins "Kinderherz" in Wien.

"Mit dem Begriff 'Frühkorrektur' wird ein chirurgisches Behandlungskonzept bezeichnet, bei dem zu einem möglichst frühen Zeitpunkt eine anatomisch und funktionell normalisierende Operation angestrebt wird, ohne dass andere, nur auf symptomatische Besserung ausgerichtete Eingriffe durchgeführt werden", erklärte Univ-Prof. Dr. Georg Wollenek, Herzchirurg am Wiener AKH.

Dieses Vorgehensweise biete Wollenek zufolge mehrere Vorteile: So würden etwa Komplikationen durch eine lang bestehende Erkrankung und mehrfache Operationen gesenkt sowie die psychische Belastung von vielen Spitalsaufenthalten für den kleinen Patienten und die Eltern weitestgehend vermieden werden. Auch die Kosten würden letztlich verringert werden.

Auch wenn das Kind nach der Operation weiter in enger kardiologischer Betreuung bleiben muss, bedeutet eine solcher korrigierender Eingriff laut Salzer-Muhar eine große psychische Erleichterung für die betroffenen Eltern. Es könne sogar der Grundstein für eine annähernd normale und weniger mit Ängsten belastete Beziehung gelegt werden.

Die Zukunft könnte in der Frühkorrektur sogar vor der Geburt des Kindes liegen. "Es besteht ein Diskrepanz darin, dass manche Herzfehler bereits zwar bereits in der Frühphase ihres fetalen Entwicklungsablaufes erfassbar sind, nach der Geburt die vorhanden Techniken aber unbefriedigend, nur mit großem Risiko und aus funktioneller Sicht zu spät einsetzbar sind", so Wollenek. (APA)

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