Die Erde hat ihn wieder

6. Mai 2001, 23:48
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Die bisher teuerste Touristenreise der Geschichte ist zu Ende

Astana/Moskau - Nach achttägigem Aufenthalt im All ist der erste Weltraumtourist, Dennis Tito, am Sonntag zur Erde zurückgekehrt. Der erste Weltraumtourist im All, Dennis Tito, und seine beiden russischen Begleiter haben die Rückkehr zur Erde am Sonntagmorgen ohne Probleme überstanden. Die Besatzung habe sich nach der Landung um 7.41 Uhr MESZ in Kasachstan so gut gefühlt, dass sie um Erlaubnis bat, die Sojus-Raumkapsel selbstständig zu verlassen. Dies teilte die Flugleitzentrale bei Moskau nach Angaben der Nachrichtenagentur Itar-Tass mit.

Ein Hubschrauber mit Ärzten und Raumfahrer-Kollegen hatte die Sojus-Raumkapsel unmittelbar nach deren Landung erreicht. Üblicherweise werden die Kosmonauten nach der anstrengenden Landung aus ihrem Gefährt geholt. Raketentriebwerke und ein Fallschirm hatten die Raumkapsel bei ihrer Rückkehr zu Erde abgebremst.

Tito hatte sich seit vergangenen Montag als zahlender Gast in der Internationalen Raumstation (ISS) aufgehalten. Zusammen mit Tito kehrten auch die russischen Kosmonauten Juri Baturin und Talgat Mussabajew zur Erde zurück. Alle drei waren am Samstag vor einer Woche in den Weltraum gestartet.

Damit endete die bisher teuerste Touristenreise der Geschichte. 20 Millionen Dollar (22,4 Mill. Euro/308 Mill. S) hatte Tito für den einwöchigen Aufenthalt im Weltall an Russland gezahlt. Er hatte vor dem Start am 28. April ein mehrmonatiges Trainingprogramm durchlaufen.

Rückkehr im Triumph

"Jeder in den USA und in Russland kennt nun Tito", schrieb die russische Weltraum-Expertin Weronika Woskobojnikowa am Samstag bewundernd. Noch von Bord der ISS kündigte Tito an, sich um die Vermarktung weiterer Weltraumflüge kümmern zu wollen.

Titos Reise legte aber auch die Spannungen zwischen den einstigen Kosmos-Konkurrenten und heutigen ISS-Partnern USA und Russland offen. Gegen den Widerstand der US-Raumfahrtbehörde NASA hatten die Russen ihren Kosmonautik-Mäzen auf einen freien Platz im Sojus-Raumschiff gehievt und zur ISS geflogen.

Bis zuletzt stritten Russen und Amerikaner über das angebliche Sicherheitsrisiko Tito an Bord der noch im Aufbau befindlichen ISS. Die russische Raumfahrtbehörde bezeichnete die Ankündigung der NASA, Moskau die wegen Tito ausgefallenen Konstruktions- und Forschungsarbeiten in Rechnung zu stellen, zuletzt als "Gedanken von nicht normalen Menschen". (APA/AP/dpa)

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