Ein erstes Happy End in Hollywood

6. Mai 2001, 22:51
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Autoren und Produzenten einigen sich und wenden damit zumindest einen Streik ab

Los Angeles - Happy End in Hollywood: Drehbuchautoren und Produzenten haben ihren Tarifstreit beigelegt und damit einen drohenden Streik sowie Milliardenverluste für die Traumfabrik vorerst abgewendet. Sie einigten sich am Freitag (Ortszeit) nach mehreren Marathonsitzungen auf einen vorläufigen Tarifvertrag. Bei einer längeren Drehpause wären mehr als 100.000 Arbeitsplätze rund ums Filmbusiness in Gefahr.

Der Autorenverband begrüßte den mit Mühen ausgehandelten Entwurf als "das beste Wirtschaftspaket für die Schreiber seit 1977". Der Verband der Film- und Fernsehproduzenten kam den Forderungen der gewerkschaftlich organisierten Autoren auf eine Gehaltserhöhung und eine Gewinnbeteiligung von Einnahmen aus Videos, DVD's und im Ausland ausgestrahlten Sendungen entgegen. Der auf drei Jahre befristete Vertrag sieht jährliche Gehaltssteigerungen von 3,5 Prozent vor.

Mehreinnahmen für Mitglieder

Der Vorsitzende der "Writers Guild of America", Mike Mahern, rechnet mit Mehreinnahmen für die Mitglieder von insgesamt 41 Millionen Dollar (45,9 Mill. Euro/631 Mill. S). Außerdem erkämpften sich die Autoren größere Mitspracherechte, wie etwa einen besseren Zugang zum Set während der Dreharbeiten.

Vor drei Tagen war der alte Vertrag abgelaufen. Seither hatten beide Seiten Tag und Nacht verhandelt, um einen Streik in der Filmstadt zu vermeiden. Als nächstes müssen die 11.500 Mitglieder des Autorenverbandes über den Entwurf abstimmen, bevor der neue Vertrag in Kraft treten kann.

Ringen um Gehaltserhöhungen beendet

Doch damit ist das Ringen um Gehaltserhöhungen in Hollywood noch nicht beendet. Am 1. Juli laufen die Verträge der Film- und Fernsehschauspieler mit den Studios aus. Bereits Mitte Mai wollen beide Seiten ihre Verhandlungen aufnehmen. 135.000 Schauspieler sind gewerkschaftlich organisiert. Erst im vergangenen Jahr streikten sie sechs Monate lang gegen die Produzenten von Fernseh- und Radiowerbung. Nach Angaben der Wirtschaftsagentur Bloomberg führte das zu Lohneinbußen in Höhe von 236 Millionen Dollar. Nach dem Happy End bei den jüngsten Verhandlungen hofft man nun in Hollywood, dass es in diesem Sommer nicht zu einer Arbeitsniederlegung der Schauspieler kommen wird. (APA/dpa)

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