Taiwanesischer Oppositionschef besucht China

5. Mai 2001, 11:55
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Kuomintang-Chef Siew will Vorschläge zu gemeinsamer Handelszone präsentieren

Taipeh - Der taiwanesische Oppositionsführer und frühere Ministerpräsident Vincent Siew hat die Erlaubnis seiner Regierung zum Besuch der Volksrepublik China erhalten. Siew, Vorsitzender der Nationalpartei (Kuomintang), will in der kommenden Woche auf dem chinesischen Festland seine Vorschläge für eine gemeinsamen Handelszone um die Straße von Formosa vortragen, meldeten taiwanesische Medien am Samstag.

Der Politiker wird eine Delegation von 15 Geschäftsleuten anführen. Die Zeitung "United Daily News" berichtete, Siew werde während seines Besuches vom 8. bis zum 16. Mai mit offiziellen Vertretern und Geschäftsleuten in Peking, Shanghai, Shenzhen und Dongguan zusammentreffen.

Siew war von September 1997 bis Mai 2000 Regierungschef unter dem damaligen Staatspräsidenten Lee Teng-hui. In Taiwan herrschte die Kuomintang bis zum Vorjahr, als Chen Shui-bian von der Demokratischen Fortschrittspartei (DPP) die Präsidentenwahl gewann. Die Kuomintang verfügt aber weiter über die Mehrheit im Parlament.

Nach ihrer Niederlage im Bürgerkrieg gegen die Kommunisten war die Kuomintang-Führung 1949 vom Festland vertrieben worden. Die Partei des Republik-Gründers Sun Yat-sen (Sun Zhongshan) hatte 1926 unter General Tschiang Kai-schek (Jiang Jieshi) ganz China unter ihre Kontrolle gebracht. 1947 spaltete sich unter Sun Yat-sens Witwe Song Qingling die "Revolutionäre Kuomintang" ab, die ein Bündnis mit den Kommunisten einging und heute noch als eine von acht kleinen Satellitenparteien in der Volksrepublik weiter besteht.(APA/dpa)

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