Gedenklesung für Erich Fried + Ansichtssache

12. Mai 2001, 13:04
posten

Erich Fried (1921-1988) zum 80. Geburtstag, Gedenklesung im Wiener Literaturhaus + Ansichtssache

Erich Fried zählte in den siebziger und achtziger Jahren zu einem der meist beachteten Vertreter der politischen Lyrik im deutschen Sprachraum, mit seinen Liebesgedichten, deren Auflagen für Lyrik seltene Bestsellerhöhen erreichten, erzielte er nachhaltige Wirkung. Der österreichisch-britische Doppelstaatsbürger wurde in Wien geboren und hatte ab 1938 bis zu seinem Tod 1988 seinen ständigen Wohnsitz in London. Am Sonntag jährt sich sein Geburtstag zum achtzigsten Mal.

Aus diesem Anlass fand am 8. Mai im Wiener Literaturhaus eine prominent besetzte Gedenklesung statt, zu der die AutorInnen Elfriede Gerstl, Elfriede Jelinek, Friederike Mayröcker, Andreas Okopenko, Robert Schindel und Rolf Schwendter eingeladen waren.

Erich Fried war unter anderen mit dem österreichischen Würdigungspreis für Literatur, dem Internationalen Verlegerpreis, dem Georg-Büchner-Preis und dem Bremer Literaturpreis ausgezeichnet worden. 1986 wurde ihm in Anerkennung seines Engagements gegen Unmenschlichkeit die "Carl-von-Ossietzky-Medaille" der Internationalen Liga für Menschenrechte verliehen.

Im Gedenken an den Autor wurde 1989 der Erich-Fried-Preis geschaffen, der jährlich von der Internationalen Erich Fried Gesellschaft für Sprache und Literatur vergeben wird. Bisher erhielten die Auszeichnung unter anderem Christoph Hein, Bodo Hell, Robert Schindel, Paul Nizon, Gert Jonke, Elfriede Gerstl und im Vorjahr Klaus Schlesinger. (apa/red)

Bilder von der Gedenklesung "Vielleicht"
Erinnern,
das ist vielleicht
die qualvollste Art
des Vergessens
und vielleicht
die freundlichste Art
der Linderung
dieser Qual
Share if you care.