Der Eklipse entgegen

4. Mai 2001, 20:03
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Mit dem Flugzeug zur ersten totalen Sonnenfinsternis des neuen Millenniums - in der Maschine sind noch Plätze frei

Wien - "Am 21. Juni kommt die erste totale Sonnenfinsternis des neuen Millenniums, und sie wird besonders lange dauern", berichtet Astronomin Maria Firneis (Universitätssternwarte Wien) dem STANDARD, "für mich wäre das die achte Finsternis - natürlich totale, die anderen zähle ich nicht mit -, die ich mit eigenen Augen beobachten und wissenschaftlich auswerten kann."

Allerdings kann man diese Finsternis nicht von Österreich aus sehen wie die letzte 1999, diesmal wird sich die Erde über dem Süden verfinstern. Die Finsternis beginnt vor Südamerika und wandert ostwärts über den Atlantik, bis sie in Angola Festland erreicht. "Dort hätte die Finsternis vier Minuten und 50 Sekunden Dauer", berichtet Firneis, "aber das Problem in Angola ist die Sicherheit. Deshalb wollen wir in das benachbarte Sambia fliegen und die Finsternis von Lusaka beobachten."

Wir, das sind Amateurastronomen und Firneis, die unter ihren Studenten einen Piloten hat, mit dessen Vermittlung eine AUA-Maschine gemietet werden konnte. 295 Personen passen hinein und wissenschaftliches Gerät, mit dem Firneis vor allem ein Phänomen näher klären will: "1973 habe ich bei einer Finsternis in der Sahara bemerkt, dass hinterher der Kompass im Auto wie verrückt gependelt ist", berichtet Firneis, "bei der Finsternis 1999 haben wir das überprüft und eine Verschiebung des geomagnetischen Feldes gefunden. Dieses Phänomen ist bisher überhaupt nicht untersucht."

(jl, DER STANDARD, Print-Ausgabe 5. /6. 5. 2001)

In der Maschine sind noch Plätze frei

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