Aimster klagt Musikindustrie

4. Mai 2001, 19:18
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Onlinebörse dreht den Spieß um - "Provider für private Kommunikation"

Los Angeles/Wien - Nicht Defensive, sondern Angriff signalisiert die Onlinebörse Aimster gegenüber der Musikindustrie. Aimster dreht den Spieß herum und zieht gegen die US-Musikindustrie (RIAA) vor Gericht. Per Urteil soll geklärt werden, dass der Gratismusiktausch via Aimster keine Urheberrechte verletzt. Im Gegensatz zu Onlinebörsen, die durch Gerichtsbeschluss gezwungen wurden den Tausch urheberrechtlich geschützter Titel einzustellen, sieht sich Aimster nur als Provider für private Kommunikation.

Im Unterschied zu Napster können über die Aimster nicht nur Musiktitel getauscht werden. Die Tauschpartner sind dabei auch nicht anonym. Angebote werden nur an eine Gruppe von Bekannten, die so genannten Buddies, gemacht. Diese findet man über das Kommunikationsprogramm Instant Messanger von AOL. Ein Programmfenster, die so genannte Buddy-Liste, signalisiert dem Nutzer, ob sein Bekannter sich gerade im Netz befindet. Dies sei das schlagende Argument, meinen die Verantwortlichen von Aimster. Bei Aimster gehe es schließlich um den privaten Schriftwechsel zweier Personen, der durch das Briefgeheimnis oder das Copyright geschützt werden muss. Die Filterung oder gar Überwachung von Aimster im Sinne der Musikindustrie käme einem Knacken der Verschlüsselung gleich und wäre ein Verstoß gegen den Digital Millennium Copyright Act, so das Rechtsverständnis von Aimster. Eine kleine Funktion, mit der man "Hundertausende heißester Dateien" finden kann, könnte dem Ansinnen von Aimster entgegenstehen. Allerdings: Über die Plattformen AOL-Fileshare, Gnutella und bald Microsofts MSN-Portal können genauso diese "heißen" Daten getauscht werden. (APA/ jake)

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