Tirol: Verbot von Klärschlamm in Landwirtschaft

4. Mai 2001, 20:41
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Konsens wird auch von Landwirten und Kläranlagenbetreibern getragen

Innsbruck - Die Tirol Milch kauft keine Milch von Bauern, die ihre Kühe auf Feldern weiden lassen, auf denen Klärschlamm ausgebracht wurden. Der Ausbringung von Klärschlamm wird in Tirol nun auch gesetzlich verboten. Die Novelle zum Feldschutzgesetz sieht Strafen bis zu 100.000 Schilling vor, die Grünen-Landtagsabgeordnete Maria Scheiber freut sich dabei über eine "wasserdichte" Regelung.

Landeshauptmannstellvertreter Ferdinand Eberle (VP) spricht von einem Konsens, der auch von den Betreibern von Kläranlagen und den Landwirten "weitgehend" mitgetragen werde. Das Gesetz soll beschlossen werden, sobald die Kompostverordnung des Bundes vorliegt. Deren Entwurf sieht vor, dass nach einer entsprechenden Kontrolle auf Rückstände eine Verwertung des Klärschlamms zu Kompost erlaubt wird, welcher im Güterwegebau und bei Aufschüttungen Verwendung finden soll, so Eberle. Er geht auch davon aus, dass die 15 Jahre alte Klärschlamm-Richtlinie der EU innerhalb von zwei Jahren deutlich verschärft wird.

SPÖ-Landtagsabgeordneter Hannes Gschwentner erwartet sich, dass das "Klärschlamm-Tabu" zu einer deutlichen Erhöhung der Abwassergebühren führen wird und spricht von einer Teuerung um bis zu zehn Schilling (0,73 EURO) pro Kubikmeter Abwasser. (hs)
(DER STANDARD, Printausgabe, 5.5.2001)

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