Donau frei für Nase, Stör und für den Eisvogel

6. Mai 2001, 19:51
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"Projekt Gewässervernetzung" öffnet Donau-Nebenarme

Orth an der Donau - Bagger in Orth am Rande der Au, doch die anwesenden Naturschützer und Ex-Aubesetzer strahlen. Schauen - schwitzend und grinsend - zu, wie sich die von Umweltminister Wilhelm Molterer (ÖVP) dirigierte Baggerschaufel ins Erdreich gräbt, wie sich Flusswasser in Strömen über die Schotterbank ins stehende Gewässer der "Großen Binn" ergießt. Klatschen gar, weil die Erdarbeiten, die den Donau-Nebenarm nach 50 Jahren neu mit dem Hauptstrom verbinden, "viele Lebensräume erschließen", wie World Wide Fund for Nature (WWF)-Experte Markus Schneidergruber erläutert.

Lebensräume zum Beispiel für den Eisvogel, der seine Brut in Höhlen aufzieht, an Erdabbrüchen am Rande von Augewässern, wie sie laut Schneidergruber "vor allem im Zuge von Hochwässern" entstehen. Und für Fische, die zum Laichen aus dem Hauptstrom in die Au hinein wechseln: Wie der bei Anglern beliebte Donaufisch Nase, wie Zander und Stör.

Vierzig Millionen Schilling (2,9 Mio.) kostet das "Projekt Gewässervernetzung" - zur einen Hälfte von der EU, zur anderen vom Bund, vom Land Niederösterreich und der Stadt Wien getragen. Sein Ziel: Donau-Nebenarme, wie sie im Zuge der Regulierungsmaßnahmen seit 150 Jahren vom Hauptfluss abgeschottet wurden, neu zu öffnen. Bei Orth, aber auch zum Beispiel bei Haslau, weil "der Natur wiedergegeben werden soll, was Natur ist", wie Niederösterreichs Agrarlandesrat Josef Plank (ÖVP) sagt.

Auch Plank sah zu, als der Bagger grub. Und lobte "einen positiven Nebeneffekt" des gesamten Unternehmens: In Zukunft werde es mehr Fische für die Hobbyfischer geben. (bri)
(DER STANDARD, Printausgabe, 5.5.2001)

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