SPÖ-Kritik ist für Intendant Draxler "Panikmache"

4. Mai 2001, 17:54
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ORF und FPÖ weisen Vorwürfe gegen Landesstudio zurück

Als "unverantwortliche Panikmache" bezeichnete der Kärntner ORF-Landesintendant Gerhard Draxler die Vorwürfe der Kärntner SPÖ. SP-Landesgeschäftsführer Herbert Würschl hatte erklärt, im Landesstudio würden freie Mitarbeiter auf die Straße gesetzt. Dies sei völlig aus der Luft gegriffen, so Draxler in einer Stellungnahme.

Verdiensteinbußen für Mitarbeiter sind nicht auszuschließen

Tatsache sei, dass im Zuge von eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen Verdiensteinbußen für einzelne Mitarbeiter nicht auszuschließen seien, betonte der Intendant. Den Vorwurf Würschls, es handle sich um "politische Säuberungen", wies Draxler auf das Schärfste zurück: "Das sind radikalpopulistische Aussagen aus einer dunklen Vergangenheit, die in einer Demokratie keinen Platz haben dürften."

Protest erhob auch die Redakteursvertretung im Landesstudio Kärnten. Die Aussagen Würschls seien völlig falsch und in ihrer Diktion unakzeptabel. "Wie alle anderen sind auch die journalistischen Mitarbeiter derzeit mit einem Sparappell konfrontiert, von Entlassungen ist uns nichts bekannt", stellten Gabriele Reuther und Wolfgang Dittmar fest. Sie betonten auch, dass Angestellte wie freie Mitarbeiter des ORF politisch korrekte Arbeit leisten würden, dies komme im täglichen Hörfunk und Fernsehen zum Ausdruck und sei daher auch leicht überprüfbar.

"Politischer Verfolgungswahn

Die Kärntner Freiheitlichen unterstellten Würschl in einer Aussendung "politischen Verfolgungswahn". Nicht anders seien seine Aussagen über die Podiumsdiskussion zur Zukunft des ORF zu verstehen, meinte FP-Klubobmann Martin Strutz. Die SPÖ habe jahrelang den ORF parteipolitisch vereinnahmt und Personalentscheidungen "nachweislich direkt beeinflusst". Dass diese Zeit jetzt vorbei sei, lasse die SPÖ offenbar laut aufschreien. Die FPÖ trete für eine Unabhängigkeit des ORF und objektiven Journalismus ein und wolle die dafür notwendigen Rahmenbedingungen öffentlich diskutieren. Auch die SPÖ sei herzlich eingeladen, sich an der Debatte zu beteiligen, sagte Strutz. (APA)

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