Einträchtiges Gespräch über ORF-Zukunft

4. Mai 2001, 19:06
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Westenthaler ruft zu "Österreich-Dialog" auf

Klagenfurt - Bereits im Vorfeld sorgte die vom Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider für Freitag Nachmittag anberaumte Podiumsdiskussion über die "Zukunft des ORF" für Gesprächsstoff: Die Kärntner SPÖ sah einen "blau-schwarzen Meinungsinzest", da "SPÖ, Grüne, Gewerkschafter und andere relevante Bevölkerungsgruppen" zu der Diskussion nicht einmal eingeladen wurden.

Indes besprachen unter anderem ORF-General Gerhard Weis, FPÖ-Klubchef Peter Westenthaler, Medienstaatssekretär Franz Morak und Haider einträchtig die Zukunft des größten österreichischen Medienunternehmens.

So fasste auch Westenthaler gleich zu Beginn zusammen: Ein Meilenstein sei das Gesetz, vor allem da es ab nächstem Jahr ein duales Fernsehsystem zulassen werde. Daher habe man auch die Verpflichtung, den ORF so zu stärken, "dass er in dem Wettbewerb besteht und dem parieren kann", erklärte der ORF-Kurator. Dass Privatfernsehen nun möglich sein wird, müsse er, Gerhard Weis, sicher nicht begrüßen, meinte dazu der ORF-General. Denn: "Wer begrüßt schon die Konkurrenz?" Nur aufgrund der Einführung von Privatfernsehen müsse man den ORF doch nicht schwächen, wunderte sich Weis.

Hier hakte Styria-Vorstand Horst Pirker ein. Die fünf Milliarden Schilling an "staatlicher Beihilfe" dürfe der ORF nicht dazu nutzen, "alle anderen Mitbewerber an die Wand zu spielen." (horn/jed, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5./6. Mai 2001)

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