Leitl schickt Mitarbeiter vorzeitig in Pension

6. Mai 2001, 10:33
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"Aber in Zukunft werden wir sehr wohl wieder auf die 65 Jahre kommen."

Wien - Weitere 30 bis 40 Mitarbeiter der Wirtschaftskammer Österreich sollen noch heuer vor Erreichen des regulären Pensionsalters (Männer mit 65, Frauen mit 60) vorzeitig in die Rente geschickt werden. Dies bestätigte der Präsident der Wirtschaftskammer, Christoph Leitl dem Standard. Der selbe Weg wurde - wie berichtet - vor einigen Wochen bereits mit acht Spitzen- Kämmerern vereinbart.

Leitl, der sich erst dieser Tage wortgewandt für eine längere Beschäftigung älterer Mitarbeiter in Betrieben engagiert hat, sieht dennoch keinen Widerspruch zu seinen Taten: Kammermitglieder gehen im Durchschnitt erst mit 62,5 Jahren in Pension, die Österreicher schon mit 57,2 Jahren im Schnitt. "Wir halten die Mitarbeiter fünf Jahre länger. Die Wirtschaftskammer ist ein gutes Beispiel, jetzt schon", argumentiert Leitl.

Momentan könne sich die Kammer ein Halten ihrer erfahrenen Mitarbeiter aber nicht leisten, da die Beiträge für die Kammermitglieder gesenkt werden müssten. "Aber in Zukunft werden wir sehr wohl wieder auf die 65 Jahre kommen", verspricht der reformfreudige Oberösterreicher.

Vorzeitig in Pension geschickt würden ausschließlich Mitarbeiter, die 60 (Männer) oder 55 (Frauen) Jahre alt sind, genug Versicherungsjahre für eine ASVG-Pension gesammelt haben und dank einer zusätzlichen Kammerpension keine Sozialfälle sind, beschreibt Leitl. Auf diese Weise Mitarbeiter abzubauen sei jedenfalls "sozial verträglicher" als Junge zu kündigen.

Angestrebt werden einvernehmliche Lösungen. Ob alle betroffenen Mitarbeiter aber Lust auf ein vorzeitiges Ausgedinge haben, muss sich erst weisen. Viel Spielraum haben sie nicht, denn die Kammer könnte ihnen theoretisch auch kündigen. Leitl: "Nichts hindert sie daran, privat weiter zu arbeiten" (lyn/DER STANDARD, Print- Ausgabe, 5/6. 5. 2001) ).

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