"Frauen, die Spaß haben möchten"

4. Mai 2001, 15:34
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Die Band "Sahara Hotnights" aus Schweden

Wien - Sie sind knapp über 20 Jahre alt, rocken aber wie eine "gestandene" Band: Die vier Frauen von Sahara Hotnights lassen sich nämlich nicht in Schubladen drängen. "Wir treffen unsere Entscheidungen eigenständig. Die Plattenfirma darf uns da nicht dreinreden", gaben sich Maria Andersson (Gesang und Gitarre) sowie Johanna Asplund (Bass) im Gespräch selbstbewusst. Das Quartett aus Schweden gastierte mit The Donnas in Wien. Im Juni erscheint das neue Album von Sahara Hotnights bei BMG Ariola.

"C'mon Let's Pretend" hieß das viel beachtete Debüt für das Majorlabel. Die CD machte die Gruppe nicht nur in Schweden bekannt, sondern auch im Rest von Skandinavien und England. Der Nachfolger - vorerst noch ohne Namen - wird in ganz Europa veröffentlicht. "Wir sind älter, erfahrener und bessere Musiker geworden", so Maria über die Weiterentwicklung. "Die neuen Songs haben daher einen besseren Sound. Sie klingen rauer als jene auf dem Vorgänger. Die poppigen Elemente sind etwas in den Hintergrund getreten."

Spaß haben

Benannt sind Sahara Hotnights nach einem Rennpferd. Als großen Einfluss führt die Plattenfirma in der Biografie Nirvana an. "Es stimmt schon, dass Grunge für uns ungeheuer wichtig war. Aber eigentlich hören wir diesen Stil heute nicht mehr. Wir lassen uns jetzt von Rockbands wie Velvet Underground inspirieren. Es macht Spaß, ältere Musik zu entdecken. Leider haben viele Kids gar nicht die Möglichkeit dazu, weil im Radio kaum noch qualitative Acts gespielt werden."

Sahara Hotnights - neben Johanna und Maria sind das Josephine Forsman (Drums) und Jennie Asplund (Gitarre) - bezeichnen sich selbst als "Frauen, die Spaß haben möchten und Musik mögen". Bei der Gründung der Gruppe habe man gar nicht daran gedacht, eine Frauenband ins Leben gerufen zu haben: "Aber dann hatten wir plötzlich mit Vorurteilen zu kämpfen. Vor allem in England dachten viele Journalisten, dass wir von der Plattenfirma 'gemacht' wurden. Wir kommen aber definitiv nicht aus der Retorte. Wir schreiben ja auch die Lieder selbst." (APA)

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