Last-Minute-Urlaub: Nichts gegen Stress

4. Mai 2001, 15:18
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Erholung tritt erst nach zwei Wochen ein

Nur etwas für Menschen mit Kraftreserven Hamburg (dpa) - Last-Minute-Urlaub ist nach den Worten des Hamburger Psychiaters Prof. Michael Stark nur etwas für Menschen mit Kraftreserven. "Wer mit leeren Energietanks in die Ferien fährt, sollte seinen Urlaub gut planen, nur dann kann er zum Jungbrunnen werden", sagte Stark am Freitag iam Rande des Kongresses "Brennpunkte Psychiatrie" in Hamburg.

Kaum Erholung

Umfragen zeigten, dass etwa die Hälfte aller Urlauber am Ende ihrer Ferien weder erholt noch zufrieden seien. Wer nicht ins nächste "Ferienfiasko" stolpern wolle, müsse daher genau überlegen, "wie und wo der Urlaub stattfinden soll". Der Professor betonte: "Ist das Energiefass leer, dürfte ein Abenteuerurlaub wie ein Ritt durch die Wüste kaum das Richtige sein." Wer darunter leide, dass er sich im Beruf unterordnen müsse, sollte in den Ferien selbst das Ruder in die Hand nehmen. "Vielleicht als Kapitän eines Segel- oder Motorbootes", regte Stark an.

Abschalten können - dauert mindestens zwei Wochen Gut für die Erholung ist nach seiner Erfahrung auch ein Rollentausch. Wer sich sonst um Haushalt und Kinder kümmere, sollte davon im Urlaub entlastet werden. Club-Ferien hält Stark daher für Familien "geradezu für ideal". Wichtig sei es, dass "ein Urlaub mit Tapetenwechsel" mindestens zwei Wochen dauere, sonst sei ein Um- und Abschalten vom Alltag nicht möglich.

Urlaub zu Hause

Aber auch diejenigen, die in den Ferien zu Hause blieben, könnten sich erholen, "wenn sie sich dort so verhalten, wie am Ferienort". Dazu gehörten das Abstellen von Telefon und Waschmaschine sowie Restaurant-Besuche und Ausflüge in die Umgebung.

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