Lucent-Mitarbeiter des Software-Diebstahls beschuldigt

4. Mai 2001, 15:11
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Weitergabe an die chinesische Regierung

Zwei Mitarbeiter des US-amerikanischen Telekom-Ausrüsters Lucent sind unter dem Verdacht des Diebstahls von Betriebsgeheimnissen und ihrer Weitergabe an ein von der chinesischen Regierung kontrolliertes Unternehmen festgenommen worden. Die US-Bundespolizei FBI habe am Donnerstag neben den beiden Männern auch den Angestellten einer anderen Technologiefirma verhaftet, berichtete die "New York Times" am Freitag.

Source Code weitergegeben

Die Männer sollen den so genannten Source Code oder die Programmsprache für das Lucent-Produkt PathStar auf eine Passwort- geschützte Web-Site ihrer Firma übertragen haben. Das Unternehmen, ComTriad Technologies, habe 1,2 Millionen Dollar von der Datang Telecom Technology Company erhalten, einem Hersteller von Kommunikationsausrüstung mit Sitz in Peking. Den Beschuldigten drohen jeweils fünf Jahre Haft und 250.000 Dollar Geldstrafe (281.658 Euro/3,88 Mill. S).

Bei Lucent-Mitarbeitern handelt es sich den Angaben zufolge um zwei chinesische Staatsbürger, die als Produktingenieure arbeiteten. Der Dritte sei ein gebürtiger Amerikaner, der Manager bei der Technologiefirma Village Networks gewesen sei. Lucent sei im Februar auf die Angestellten aufmerksam geworden und habe das FBI eingeschaltet.

PathStar, ein elektronisches Gerät, mit dem Audio- und Datenverkehr in Internet-Kommunikationsnetzen gesteuert werden kann, brachte Lucent im vergangenen Jahr 100 Millionen Dollar Umsatz. Lucent stellte die Fertigung im Jänner wegen der finanziellen Schwäche kleiner Kommunikationsfirmen ein, die die Hauptkunden waren. (APA/dpa)

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