"Erfolgsquote" wurde erhöht

4. Mai 2001, 15:03
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Durch neue Methode bei künstlicher Befruchtung

Linz - Gute Nachrichten für alle Ehepaare, die auf ein Kind durch künstliche Befruchtung hoffen: Eine neue Methode, die jetzt mit Erfolg an der Landesfrauenklinik in Linz angewendet wird, erhöht die Chance auf eine Schwangerschaft von bisher durchschnittlich 30 auf 60 Prozent. Details dazu veröffentliche die Landesfrauenklinik am Freitag.

Bisher war es üblich, die befruchteten Eizellen bis zum dritten Tag in einer Nährstoffflüssigkeit zu bewahren, dann wurden der Patientin jene ein bis zwei Zellen eingesetzt, deren "Qualität" die beste Entwicklung und damit eine entsprechende Chance auf eine Schwangerschaft erwarten ließ. Die "Erfolgsquote" lag im Schnitt bei 30 Prozent. Dazu die Spezialistin der Klinik für diesen Bereich, die Ärztin Marianne Moser: "Je länger eine gesunde, entwicklungsfähige Eizelle außerhalb des Körpers sozusagen beobachtet werden kann, desto genauere Aussagen können über eben diese Entwicklung und damit über die Qualität getroffen werden."

Das Bestreben war daher, eine Methode zu finden, die es erlaubt, die befruchtete Eizelle bis zum fünften Tag außerhalb des Körpers der Frau aufzubewahren und sie erst dann - die ÄrztInnen sprechen bei diesem fünften Tag vom 'Blastozysten-Stadium" der Eizelle - einzusetzen.

Nährstoffflüssigkeit

Nun gelang es der internationalen Forschung, eine Nährstoffflüssigkeit zu entwickeln, die diese Aufbewahrung bis zum fünften Tag zulässt. An der Landesfrauenklinik in Linz wird die neue Nährstoffflüssigkeit seit rund einem Jahr verwendet, der Effekt: Die Schwangerschaftsrate bei der künstlichen Befruchtung konnte auf 60 Prozent gesteigert werden.

Und noch ein zweites, neues Verfahren wird jetzt angewendet. Es geht darum, dass bei der künstlichen Befruchtung - nach der Einsetzung der fünf Tage alten Eizellen - meist ein bis zwei weitere gesunde und entwicklungsfähige Eizellen übrig bleiben. Gesetzlich ist es in Österreich erlaubt, diese Eizellen bis zu einem Jahr für den Fall aufzubewahren, dass die Frau eine weitere Schwangerschaft wünscht.

Einfrieren in flüssigem Stickstoff

Dieses Aufbewahren - auch aus ethischen Gründen, so betont die Klinik - erfolgt durch Einfrieren in flüssigem Stickstoff bei minus 196 Grad Celsius. In der Vergangenheit kam es bei diesem Vorgang, der zwei bis drei Stunden dauerte, immer wieder zum "Kristallisieren" der Eizelle und damit zu deren Zerstörung.

Seit etwa zwei Monaten wendet man an der Landesfrauenklinik in Linz aber ein neues Verfahren an, bei dem das Einfrieren nur rund eine Sekunde dauert. Dadurch wird eine Beschädigung der Eizelle verhindert, sie "überlebt". (APA)

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