DDR-Dramatiker Rudi Strahl, Star in seiner Heimat, ist verstorben

4. Mai 2001, 14:46
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Die Gesamtauflage seiner Bücher erreichte annähernd fünf Millionen Exemplare

Berlin - Rudi Strahl, der zu DDR-Zeiten erfolgreichste ostdeutsche Komödienschreiber, ist in der Nacht zum Freitag im Alter von 69 Jahren in Berlin gestorben. Er erlag einem Krebsleiden, teilte der Berliner Eulenspiegel Verlag mit. Zu den bekanntesten Stücken des Autors gehören "Ein irrer Duft von frischem Heu", "In Sachen Adam und Eva" und "Arno Prinz von Wolkenstein". Nach Strahls Vorlagen entstanden mehr als 40 Kino- und Fernsehfilme, die Gesamtauflage seiner Bücher erreichte annähernd fünf Millionen Exemplare. Sie wurden in 26 Sprachen übersetzt. Der Autor verfasste auch zahlreiche Hörspiele.

Bis zu 60 Bühnen hatten vor dem Mauerfall Stücke von Strahl, in denen es meist um den prallen Alltag geht, gleichzeitig auf dem Spielplan. Der Autor, der am 14. September 1931 in Stettin geboren wurde, blieb auch nach der Wende in seinem Metier aktiv. Einer seiner großen Erfolge nach der Wiedervereinigung verband sich mit dem Schauspieler Harald Juhnke, für den er den Fernsehfilm "Ein Kerl wie Samt und Seide" schrieb. Als eines der letzten neuen Bühnenstücke wurde in Cottbus der Schwank "Kein Bahnhof für zwei" uraufgeführt.

Im Herbst 2001 bringt der Eulenspiegel Verlag das Hörbuch "Ein Schlitzohr aus Cotta" heraus, eine Auswahl von amüsanten Geschichten und Versen von Strahl, mitgeschnitten auf verschiedenen Veranstaltungen und vom Autor selbst gelesen. Zuletzt erschienen von ihm "Ein seltsamer Heiliger" (1996) und "Endlich im Schlaraffenland" (1997). Strahl erhielt mehrere Auszeichnungen und Theaterpreise, darunter den Lessingpreis und zuletzt den Volkstheaterpreis des Landes Baden-Württemberg. (APA/dpa)

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