Serbien unterstützt "alle berechtigten" Anliegen der Kosovo-Serben

4. Mai 2001, 14:06
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Djindjic fordert Aufklärung des Schicksals von 1300 gekidnappten Serben

Belgrad - Der serbische Ministerpräsident Zoran Djindjic sagte am Donnerstag in einer Rede vor dem serbischen Parlament, dass die serbische Regierung "alle berechtigten" Forderungen der Kosovo-Serben unterstütze. Den geflüchteten Serben soll die Rückkehr ins Kosovo ermöglicht werden und eine Verfassung die Rechte der dort lebenden ethnischen Gruppen dauerhaft sichern. Djindjic forderte auch die Aufklärung des Schicksals von rund 1.300 Serben, die in den letzten zweieinhalb Jahren im Kosovo gekidnappt worden seien.

In keinem dieser drei Bereiche habe es seit Amtsantritt der neuen serbischen Regierung Ende Jänner dieses Jahres Fortschritte gegeben, stellte Djindjic fest. Vielmehr sei der albanische Terrorismus nach Südserbien und nach Mazedonien "exportiert" worden. Als "Besorgnis erregend" bezeichnete Djindjic die jüngsten Pläne der UNO-Administration für das Kosovo (UNMIK), im Nordkosovo Zollämter zu errichten. Auch die Ausarbeitung der Kosovo-Verfassung verlaufe nicht "in der erwünschten Richtung".

Kritik an internationaler Staatengemeinschaft

Die internationale Staatengemeinschaft sei das Problem des Terrorismus im Kosovo "auf falsche Weise" angegangen, meinte Djindjic. Politische Gruppierungen, die der Gewaltanwendung zur Erreichung politischer Ziele nicht abgeneigt sind, hätten im Kosovo weiterhin die Oberhand. "Keine einzige Regierung in der Welt soll mit politischen Organisationen zusammen arbeiten, die die Gewalt akzeptieren", sagte der Ministerpräsident.

Verbleib von gekidnappten Soldaten soll geklärt werden

Die serbische Regierung legte dem Parlament eine Resolution vor, in der sie die UNMIK-Verwaltung auffordert, innerhalb eines Monats Ermittlungen zum Verbleib der gekidnappten Serben anzustellen und zu veröffentlichen. Weiters werden in der Resolution die Proteste der Kosovo-Serben gegen die UNMIK-Zollpunkte unterstützt. Auch teilt Serbien den Standpunkt der Kosovo-Serben in der Verfassungsfrage, wonach das Kosovo nur ein Parlament, eine Regierung sowie einen Ombudsmann haben sollte. Die Kosovo-Schutztruppe soll abgeschafft, ihre Kompetenzen an die Polizei übertragen werden. (APA)

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