Vorübergehende Stilllegung "Etappenerfolg" für Atomgegner

4. Mai 2001, 14:00
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"Jede Krone Kostenerhöhung verbessert unsere Chancen gegen Temelin"

Linz - Die vorübergehende Stilllegung des AKW Temelin für etwa zwei Monate sei ein "Etappensieg" für die Atomgegner, meinte am Freitag in einer Aussendung der Klubobmann der Grünen im Oberösterreichischen Landtag, Rudi Anschober.

Oberösterreichs Umwelt-Landesrätin Ursula Haubner (F) forderte neuerlich eine "ordentliche Gesamt-UVP" (Umweltverträglichkeitsprüfung) für Temelin. Der ÖVP-Abgeordnete Helmut Kukacka kritisierte in diesem Zusammenhang den deutschen Umweltminister Jürgen Trittin und auch Außenminister Joschka Fischer.

Anschober: "Jeder Tag Zeitverzögerung und jede Krone Kostenerhöhung verbessert unsere Chancen gegen Temelin." Notwendig wären jetzt "Direktverhandlungen der Regierungschefs" von Österreich und Tschechien "zur Totalreparatur der Schwindel-UVP". Weiters müsse es auch das Ziel sein, gemeinsam und unter Einbindung der EU Ausstiegshilfen für Tschechien aus der Atomenergie zu suchen, forderte Anschober.

Haubner erklärte in einer Aussendung am Freitag: "Statt einer Husch-Pfusch-UVP besteht nun für Tschechien die Chance, wie von uns gefordert im stillstehenden Atomkraftwerk eine gründliche Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführen."

Der VP-Nationalratsabgeordnete Helmut Kukacka warf in einer Aussendung am Freitag dem deutschen Umweltminister Trittin eine "windelweiche" Haltung in der Causa Temelin vor. Bis auf "papierene Erklärungen" habe er von Trittin und auch vom deutschen Außenminister Fischer bisher zu Temelin "nur wenig konkrete Unterstützung für die Position Österreichs vernommen", kritisierte Kukacka. (APA)

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