"Gewichtiges Problem"

4. Mai 2001, 13:25
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Bankomatkassen sollen Euro-Münzlawine eindämmen - Wechselgeldbedarf in einigen Branchen verzehnfacht

Wien - Die Euro-Umstellung erhöht den Wechselgeldbedarf der Händler und Gastronomen in den ersten Wochen dramatisch. Einigen Branchen wie Bäcker oder Trafikanten könnten in den ersten Tagen Wechselgeld in der Höhe des Tagesumsatzes, oder sogar noch mehr brauchen, hat das Institut für Handel und Marketing an der Wirtschaftuniversität (WU), die sich seit zwei Jahren das Thema beleuchtet, errechnet.

Euro-Calculus

Um zu berechnen, wieviel Wechselgeld ein Geschäft - abhängig von Branche, Öffnungstagen um den Jahreswechsel etc. - tatsächlich braucht, wurde ein eigenes Programm, der "EuroCalculus" entwickelt. Er ist gratis im Internet unter www.stuzza.at herunterzuladen.

"Die Euroumstellung ist im wahrsten Sinne des Wortes ein gewichtiges Problem" sagte der WU-Handelsexperte Peter Schnedlitz am Freitag in einem Pressegespräch in Wien. Die Münzen in ganz Europa seien gleich schwer wie die Stahlkonstruktion des Eiffel-Turm. Denn auch wenn ab der 3. Woche des Jahres 2002 voraussichtlich nur noch rund 20 Prozent aller Zahlungen in Schilling erfolgen werde, gibt es im Euro mehr Münzen als jetzt in Schilling.

Förderaktion für Bankomatkassen

Eine Förderaktion für Bankomatkassen soll den Wiener Handel davor bewahren, Anfang 2002 unter einer Lawine von Euromünzen zu ersticken. Die Raiffeisen-Landesbank (RLB) Niederösterreich-Wien fördert in einer gemeinsamen Aktion mit der Wirtschaftskammer Wien die Anschaffung von Bankomatkassen (inkl. Installation und Drucker), womit der Preis von derzeit rund 20.700 S (1.504 Euro) auf knapp 7.000 S (500 Euro) sinkt. "Das ist eine wesentliche Aktion um die Zahlungsstruktur zu verbessern", sagte der Leiter des Privatkundengeschäfts der RLB NÖ-Wien, Georg Kraft-Kinz. Europay selbst fördert bereits seit Jahresbeginn Bankomatkassen mit 3.000 S, wenn ein Wartungsvertrag abgeschlossen wird und nochmals 5.000 S wenn der Händler auch die Mastercard akzeptiert.

Zwar ist die Zahl der Bankomatkassen in Österreich in den vergangenen Jahren dramatisch gestiegen, knapp zwei Drittel aller Zahlungen finden jedoch in Österreich nach wie vor "bar" statt. Bis 2005 soll sich diese Verhältnis zu Gunsten der unbaren Transaktionen gedreht haben.

Quick-Revival

Auch die dahindümpelnde elektronische Geldbörse "Quick" soll weiter gefördert werden. Beispiele in Städten, wo an Parkautomaten auch mit Quick bezahlt werden kann, haben gezeigt, dass damit die Verwendung der elektronischen Geldbörse zunimmt. Bisher verwenden nur 4 bis 5 Prozent der Kartenbesitzer ihren Chip, obwohl dies die häufigste Zahlungsmöglichkeiten biete. Experten erwarten einen Quantensprung für Quick ab 2002, weil dann 400 Euro (5.504 S) geladen werden können, und nicht mehr wie bisher je Ladungsvorgang nur 1.000 S. (APA)

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Stuzza
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