US-Trend Internet-Outsourcing erreicht Europa

4. Mai 2001, 13:18
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Auslagerung des Internet-Geschäfts Chance für Klein- un Mittelbetriebe

Wien - Internet-Outsourcing - die Auslagerung des Internet-Geschäfts eines Unternehmens an einen professionellen Betreiber - nennt sich ein neuer Trend der IT-Branche, der aus den USA kommt und jetzt auch in Europa langsam Fuß fasst. 30 bis 40 Prozent der US-Unternehmen geben das Entwickeln und Betreiben einer Unternehmenshomepage bereits in die Hände eines professionellen Providers, in Europa sind es erst 10 bis 15 Prozent, Tendenz steigend. 2005/06 soll Europa einer aktuellen Studie von Data Monitor zufolge beim Web-Outsourcing die USA einholen.

Kleine und mittlere Unternehmen haben oft nicht das Geld für den Aufbau einer eigenen IT-Abteilung oder der Kauf einer IT-Ausstattung. Web-Outsourcing biete vor allem für Klein- und Mittelbetriebe die Chance, ohne eigene Investitionen in Infrastruktur Zugang zu neuesten Technologien zu haben, ist der Geschäftsführer des Telekom-Betreibers Colt Telecom Austria, Gerhard Schuberth, überzeugt. Bisher seien funktionierende, aktuelle Websites nur mit viel Geld möglich gewesen. Nun hätten kleine und mittlere Unternehmen die gleiche Chancen wie große Firmen, sagte Schuberth gestern, Donnerstag, Abend vor Journalisten.

Vorteile liegen auf der Hand

Der Vorteil des Internet-Outsourcing liege aber nicht nur in der Kostenersparnis durch nicht getätigte Investitionen in IT-Infrastruktur, Unternehmen müssten auch nicht kostspieliges IT-Personal einstellen. Außerdem werde das Investitionsrisiko verringert. Der mit dem Internet-Geschäft beauftragte Provider kümmert sich um den reibungslosen Betrieb inklusive Verfügbarkeit rund um die Uhr, technischen Support, notwendige Systemupdates, Datensicherheit und Virenabwehr.

Dem Kunden stehen automatisch die jeweils neuesten Versionen der verwendeten Software zur Verfügung. Das Unternehmen kann sich nach der Auslagerung des Internet-Geschäfts auch besser auf das Kerngeschäft konzentrieren. Außerdem sind die Kosten durch die regelmäßige monatliche Miete leichter kalkulierbar.

Internet-Outsourcing wird auch mit der Entwicklung von neuen mobilen Internet-Technologien wie beispielsweise GPRS (General Packet Radio System) immer mehr zum Thema, meint Schuberth. Bestellungen übers Internet etwa könnten künftig schneller vom Handy oder PDA-Organizern (Personal Digital Assistent) - kleinen Taschencomputeren - von unterwegs getätigt werden, da mit GPRS die lästige, derzeit noch relativ lange Einwahlzeit ins Internet entfalle.

Ein Schlagwort, das mit Web-Outsourcing eng zusammenhängt, ist Application Service Providing (ASP). Der Kunde mietet dabei Software-Programme, statt teure Lizenzen zu kaufen. Er zahlt nur für die Dauer und Intensität der Nutzung, aber nicht für die Software selbst. Auch die Aufrüstung von Hard- und Software ist im Preis enthalten. Einer Studie von Arthur D. Little zufolge ist der österreichische ISP-Markt in diesem Jahr 266 Mill. S (19,3 Mill. Euro) schwer, 2003 soll er auf 1,2 Mrd. S und 2006 auf 6,4 Mrd. S ansteigen.(APA)

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