Resistente HI-Viren im Vormarsch

4. Mai 2001, 19:36
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Ursache wohl schlampige Medikamentierung

London - In Großbritannien wird die Übertragung von HI-Viren, die gegen die vorhandenen Aids-Medikamente unempfindlich sind, immer häufiger, ergab eine Studie von englischen Wissenschaftern, die in der neuesten Ausgabe des "British Medical Journal" veröffentlicht wird.

Ein Team um Dr. Simon Gregor aus London und von der Universität von Birmingham haben zwischen Juni 1994 und August 2000 bei insgesamt 69 Patienten mit neu diagnostizierter Aids-Infektion die Krankheitserreger aus Blutproben darauf analysiert, ob sie noch auf die vorhandenen Aids-Medikamente ansprachen.

Insgesamt wurden resistente Virus-Stämme bei zehn der untersuchten Personen festgestellt, das entspräche 14 Prozent der Fälle. In zwei der zehn Fälle waren die Aids-Viren schon gegen zwei der drei vorhandenen Klassen von Medikamenten gegen die Immunschwäche unempfindlich.

Kleine Studie, große Warnung

Bei steigender Tendenz: In dem Beobachtungszeitraum erhöhte sich insgesamt die Rate der Neuinfektionen mit resistenten Aids-Viren laufend. Im Jahr 2000 erreichte dieser Anteil bereits 27 Prozent - wobei diese Zahlen angesichts der Kleinheit der wissenschaftlichen Studie nur Richtwertcharakter haben können.

Da analog zur Tuberkolose Resistenzen durch abgebrochene oder inkonsequent durchgeführte Medikamenteneinnahme erzeugt werden, folgt eine deutliche Warnung: "Wege, um die Einnahme der antiretroviralen Therapie zu gewährleisten sind dringend notwendig. Das gilt auch für die ständige Untersuchung auf Resistenzen und neue Strategien, um Safer Sex zu propagieren."

Dazu auch die US-Spezialistin Dr. Susan Little der Universität von Kalifornien: "Wir brauchen eine Untersuchung auf Resistenzen bei allen Neuinfektionen mit HIV, um die Veränderungen bei verschiedenen Risikogruppen überwachen zu können. Außerdem bietet das die Möglichkeit, von Beginn an eine optimale Behandlung zu finden." (APA/red)

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